Buchs

Plötzlich freie Plätze statt Wartelisten: Corona stellt Verein Kindernetzwerk vor neue Herausforderungen

Die Villa Blau in Buchs.

Die Villa Blau in Buchs.

Seit 16 Jahren stellt die «Villa Blau», das Haus mit den blauen Fensterläden an der Oberdorfstrasse 7, dem Verein Kindernetzwerk Buchs und damit über 150 Kindern ein Zuhause bereit. Tagsüber. Der Verein bietet da und in einem benachbarten Haus ein breites Angebot an familien- und schulergänzender Betreuung: Kinderkrippe (ab zwei Monaten bis Kindergarten), Hort (ab Kindsgi), Frühbetreuung und Mittagstisch.

Eltern verzichteten freiwillig auf Betreuung

«Dass wir zu dieser Jahreszeit noch freie Krippenplätze haben, ist ein neues Phänomen», sagt Susanne Zimmann, Gesamtleiterin des Betriebs mit 25 Angestellten. Sie ist sich sonst eher an Wartelisten gewohnt. Zimmann führt das auf die Verunsicherung durch Corona zurück. Dabei habe der Verein den Lockdown gut gemeistert. «Da viele Eltern ihre Kinder selber betreuten, konnten wir mit kleineren Gruppen arbeiten.»

Sie ist sehr dankbar für diese Solidarität und auch stolz auf ihr Team, so Zimmann. Dabei sei am Anfang vieles unsicher gewesen: Geht es weiter? Und wie? Auch die Entschädigungsfrage – die Plätze mussten ja bezahlt werden – war noch offen. Was den Umgang mit der Pandemie betrifft, orientiert man sich an den Richtlinien des Kantons: «Um die Abstandsregeln einzuhalten, findet die Übergabe der Kinder in der Garderobe oder draussen statt.»

Das Schutzkonzept des Verbands Kinderbetreuung Schweiz sieht nicht nur die Abstandsregeln unter Erwachsenen, Händewaschen und Desinfizieren vor. Desinfiziert werden auch die Spielsachen. «Und beim Mittagstisch dürfen die Kinder nicht selber schöpfen», sagt die Leiterin der Institution, die 2018 das Label als qualitativ hochstehende Kindertagesstätte im Bereich Krippen erhielt. Eine begehrte Auszeichnung, die schweizweit nur 80 Institutionen führen dürfen. Das Kindernetzwerk muss sich alle zwei Jahre einem Audit stellen.

Krippenplätze sind noch zu besetzen

Trotzdem fehle es aktuell an Neuanmeldungen für Krippenplätze ab nächstem Schuljahr, die frei werden, da die zukünftigen Kindergärtler in den Hort wechseln. «Für die weitere Planung sind wir froh, wenn die freien Plätze möglichst bald besetzt werden», sagt Susanne Zimmann. Im Team arbeiten auch fünf Männer mit. «Eine Bereicherung und wichtig für die Kinder», sagt die Leiterin des Betriebs. Anmeldungen und Eingewöhnungen neuer Kinder seien jederzeit möglich. Das Angebot ist offen für Familien wohnhaft in und ausserhalb von Buchs.

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