Die Tage des Suhrer Schlittelhügels beim Krankenheim Lindenfeld sind gezählt. Er muss dem Erweiterungsbau samt Garten für demenzkranke Patienten weichen. Die Antwort der Lindenfeld-Spitzen an den im Feldquartier wohnhaften Petitionär Oliver Tiller, der online 257 Unterschriften für die Erhaltung des Hügels zusammengetragen hat, ist unmissverständlich ausgefallen. Die einzige Hoffnung, die Direktor Thomas Holliger und Beat Rüetschi, Präsident des Gemeindeverbands Lindenfeld, Tiller und seinen Mitstreitern lassen, ist die, dass der Hügel anderswo auf dem Areal neu aufgeschichtet wird.

Eine Aufschüttung an anderer Stelle werde nochmals geprüft, heisst es im Antwortschreiben. Doch könne dazu «im Moment nichts Genaueres gesagt werden». Oliver Tiller findet, das töne «sehr unverbindlich». Der Petitionär sagt jedoch gegenüber der az, Rüetschi habe ihm angeboten, «zusammenzusitzen, um Alternativen zu diskutieren».

Im Grundsatz bestätigt Beat Rüetschi zwar, dass man dem Petitionär im Rahmen des Möglichen entgegenkommen wolle. Sein Angebot umschreibt er aber ein wenig anders, als es Tiller formuliert hat. Dieser, sagt Rüetschi, habe, bevor die Antwort vorlag, diskutieren wollen. Das habe jedoch keinen Sinn gemacht. Denn: Man nehme das Anliegen zwar durchaus ernst, aber wegen eines Schlittelhügels könne man bei so einem Projekt nun einmal nicht von vorne beginnen.

Sprich: Man konzentriert sich auf das, was Oliver Tiller als «zweitbeste Lösung» bezeichnet: auf eine Verlegung des Streitobjekts. In diesem Sinne, erklärt Rüetschi, «laden wir den Petitionär ein, um ihm aufzuzeigen, welche Lösung wir im Auge haben». Der Präsident des Gemeindeverbandes widerspricht denn auch dem Petitionär: Unverbindlich sei das Angebot keineswegs. Man habe sehr wohl ganz konkrete Vorstellungen, wie sich das Problem des Schlittelhügels lösen liesse. Viele Möglichkeiten gebe es natürlich nicht. Im Vordergrund stehe nach wie vor die Verlegung auf die andere – nordwestliche – Seite der Strasse. Eines gibt Rüetschi dabei zu bedenken: «Hier müssen wir natürlich wieder ein Baugesuch machen.» Sprich: Es kann Einsprachen geben. Zum Beispiel, weil Bäume gefällt werden müssen. Ein mögliches Problem ist auch die Höhe des Hügels. Rüetschi weiss: «Die Höhenquote werden wir anschauen müssen.»

Augenfällig ist, dass für die Lindenfeld-Verantwortlichen und den Schlittelhügel-Petitionär nicht die gleichen Dinge Vorrang haben. Den Argumenten im Antwortschreiben kann Oliver Tiller denn auch nicht folgen. Der Schlittelhügel, so der Petitionär, sei «nicht nur bei Schnee von Bedeutung». Die Kinder würden ihn zu jeder Jahreszeit gerne in ihr Spiel miteinbeziehen. Tiller räumt ein, formaljuristisch handle es sich beim Lindenhof-Areal um ein privates Grundstück. Eigentümer sei aber der Gemeindeverband, sprich – so Tillers Folgerung – die Gesamtheit der darin vertretenen Gemeinden. Dass unter diesen Umständen erwähnt wird, es könnte ja auch ein Arealverbot für unbefugte Personen durchgesetzt werden, findet der Petitionär «komisch».

Dass keine Einwendungen gegen das «Haus am Teich» eingingen, ist in seinen Augen sekundär. Einwendungen seien eine rechtliche Angelegenheit, sagt er. Beim Schlittelhügel gehe es aber um etwas anderes. Hier sei «Rücksichtnahme auf das Standortquartier» gefordert. Und das sei eine politische Angelegenheit. Bei Zweckverbänden ortet Tiller generell, im Vergleich etwa zu den politischen Gemeinden, ein Demokratiedefizit.