Aarau

Pilotprojekt: Heizen und Kühlen mit Grundwasser

Durch den alten Zivilschutzstollen fliesst bald heisses Wasser. TO

Durch den alten Zivilschutzstollen fliesst bald heisses Wasser. TO

Stadt und IBAarau realisieren gemeinsam ein innovatives Heiz-/Kühlsystem, welches im Frühling 2014 ans Netz gehen soll. Zurzeit liegen die Pläne für die Grundwasserentnahme beim Parkplatz Kettenbrücke öffentlich auf.

Zu sehen sein wird gar nichts. «Das Grundwasserpumpwerk, die Leitungen und die Heizzentrale – alles wird unterirdisch angelegt», sagt Corinna Hunziker, Leiterin eines innovativen Pilotprojekts, das Stadt und IBAarau gemeinsam realisieren wollen.

Und weil nichts zu sehen sein wird, ist das zurzeit laufende zweite Baugesuch für das Vorhaben auch nicht profiliert.

Bis zum 29. April liegen die Pläne für den Grundwasserentnahmebrunnen auf, der ein zentrales Element für den Wärme- und Kälteverbund bildet. Gebaut werden soll dieser Brunnen beim Parkplatz Kettenbrücke. Ebenfalls Bestandteil dieses Baugesuchs sind Rohrleitungen in der Schiffländestrasse sowie in der Mühlemattstrasse.

Wasserrückführung in die Aare

«Die Grundwasserentnahme», erläutert Projektleiterin Corinna Hunziker, «passiert in rund 14 Meter Tiefe über vier Pumpen. Von dort wird das Wasser unter der Mühlemattstrasse hindurch zur Schiffländestrasse und in von dort weiter zum alten Zivilschutzstollen geführt, dessen Eingang im Gebiet Hammer unterhalb des Museums Schlössli liegt.»

Durch den über zwei Meter breiten und gegen drei Meter hohen Tunnel gelangt das Wasser schliesslich zur kombinierten Wärmepumpen-/Kühlanlage in der ehemaligen Zivilschutzanlage im dritten Untergeschoss des Kasino-Parkings. Für diese Anlage liegt die Baubewilligung bereits vor. Mit der Realisierung könne demnächst begonnen werden, erklärte Hunziker.

Rückleitungen zur Aare

Bestandteil des jetzt publizierten Baugesuchs wiederum ist die Rückführung. Das Grundwasser, dem zu Heizzwecken die Wärme entzogen wurde oder das, je nachdem, zur Kühlung von Gebäuden gedient hat, wird am Ende des Kreislaufes via Stollen und Mühlemattstrasse in die Aare geleitet.

Die in der Zentrale erzeugte Wärme, beziehungsweise Kälte, fliesst in speziell isolierten Rohren zu verschiedenen Gebäuden. In einer ersten Phase ist geplant, den Erweiterungsbau des Museums Schlössli sowie die Überbauung Mühlemattstrasse an das neue Versorgungsnetz anzuschliessen.

Weil die Anlage voraussichtlich erst im März 2014 in Betrieb genommen werden kann, sind vorerst noch Übergangslösungen notwendig. Das ist laut Corinna Hunziker allerdings kein Problem.

Mit dem Grundwasser aus dem neuen Entnahmewerk bei der Kettenbrücke können dereinst rund 80 Prozent der benötigten Energie erneuerbar produziert werden: Für den Antrieb der Wärmepumpen kommt Strom aus dem IBA-eigenen Aare-Kraftwerk zum Einsatz.

Öl und Gas wird nur zur Abdeckung der Spitzenlast an besonders kalten Tagen eingesetzt. Im Vergleich mit einer konventionellen Heizung sinkt der CO2-Ausstoss somit um über 80 Prozent.

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