Aarau
Photovoltaikanlage und Kantine: Auf einem Rundgang durch die Eniwa

Über 2000 Besucher nahmen an den Tagen der offenen Tür der Eniwa in Buchs teil.

Urs Helbling
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Hier wird Strom produziert: Besucher der Tage der offenen Tür bestaunen die Photovoltaik-Anlage der Eniwa in Buchs.

Hier wird Strom produziert: Besucher der Tage der offenen Tür bestaunen die Photovoltaik-Anlage der Eniwa in Buchs.

Urs Helbling

Einmal ein hochmodernes Bürogebäude besichtigen. Sehen, wie sich das Arbeitsumfeld beim Wechsel von Aarau nach Buchs, vom alten Hauptsitz (noch IBA) in den neuen (jetzt Eniwa) verändert hat. Wie die Lager (früher auf dem Kraftwerk-Inseli) und die Werkstätten jetzt eingerichtet sind.

Diese Chance liessen sich am Samstag und Sonntag über 2000 Personen nicht entgehen. Sie nahmen an den Tagen der offenen Türen teil, welche die Eniwa aus Anlass des Jubiläums «125 Jahre Strom für die Region» und dem Abschluss des Bezugs des neuen Hauptsitzes durchführte.

Der Chef hat kein eigenes Büro

Die Besucher wurden in Gruppen durch den Komplex geführt. Sie konnten sich aus nächster Nähe die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Lager/Werkstatt-Gebäudes ansehen. 1300 Solarpanels produzieren etwa so viel Strom, wie 55 Haushalte verbrauchen. Die Eniwa versucht, den Strom möglichst selber zu brauchen. An einem schönen Werktag-Tag liefert die Anlage rund die Hälfte des Stroms, der im Komplex verbraucht wird.

Am meisten Bildschirme gab es in der Leitstelle zu bestaunen, von der aus nicht nur das Strom- und Gasnetz, sondern auch die Wasserversorgung gesteuert wirds. Der Rundgang erlaubte im 3. Stock einen Blick in das Büro des obersten Chefs. Eine Türe musste dafür nicht geöffnet werden. Auch CEO Hans-Kaspar Scherrer (55) hat, wie die allermeisten Eniwa-Angestellten, kein eigenes Büro. Dafür die Option, dass ihm in wenigen Metern Entfernung ein Hochhaus vor das Fenster gestellt wird (nach dem «Plan B» des Stadion-Projekts).

Menu kostet 13 Franken

Der Eniwa-Komplex kostete 75 Millionen Franken. In ihm arbeiten 250 der 345 Angestellten der Firma. Neben diversen Kaffee- und anderen Selbstverpflegungsräumen steht ihnen die Kantine «Power Inn» zur Verfügung. Diese ist öffentlich. Das Menu kostet 13 Franken. Es werden bereits rund 100 Menus pro Tag verkauft.

FDP will 15 Prozent der Eniwa-Aktien verkaufen

Der Einwohnerrat Aarau befasst sich am Montagabend mit einem Postulat zum vom Stadtrat angestrebten Verkauf von 15 Prozent der Eniwa-Aktien (Aarau ist mit 95,4 Prozent Mehrheitsaktionär). Dazu hat die FDP-Fraktion am Samstag eine Medienmitteilung publiziert.

Die FDP unterstützt den Teilverkauf von 15 Prozent. «Wir reduzieren so das Klumpenrisiko der Stadt, mit 95 Prozent in einer Branche investiert zu sein, und wir verbreitern gleichzeitig die unternehmerische Basis der Eniwa», erklärt Fraktionspräsidentin Martina Suter.

Die zu diesem Thema eingereichten Vorstösse zeigten, dass der Wille bestehe, politisch in die Geschäfts- und Finanzpolitik der Eniwa einzugreifen. «Eine Politisierung der Eniwa würde aber der Entwicklung des Unternehmens und damit auch der Stadt Aarau schaden», so Martina Suter.

Und weiter: «Es gab aus unserer Sicht in den vergangenen Jahren einige Investitionen, die weder energiepolitisch noch betriebswirtschaftlich befriedigend darstellbar sind. Ebenso haben wir Fragezeichen zur bisher gelebten Eigenmittelpolitik. Die Einbindung eines kompetenten und nachhaltig ausgerichteten Aktionärs respektive dessen Vertretung im Verwaltungsrat würde helfen, diese Situation zu klären.»

Die FDP hält es auch für grundsätzlich denkbar, das die Eniwa ihren Alpiq-Aktienanteile verkaufen wird. Doch solle das aus Governance-Gründen deren Verwaltungsrat und Geschäftsleitung entscheiden.

Was soll die Stadt mit den Dutzenden Millionen Franken tun, die der Verkauf der 15 % Eniwa oder des ganzen Alpiq-Pakets ergäbe? Die Mittel könnten zur schuldenfreien Realisierung wichtiger Investitionsvorhaben und allenfalls zur Startfinanzierung des «Zukunftsraums Aarau» eingesetzt werden, so die FDP. (uhg)