Nein, wir wollen es gar nicht statistisch genau wissen. Ja, so geregnet wie am diesjährigen Maienzug (inklusive Vorabend) hat es gefühlt noch nie. Der Umzug startete gestern noch halbwegs trocken, wurde dann aber richtig gebadet. Und, ein Maienzügler ist hart im Nehmen, die Morgenfeier fand trotzdem statt – bei strömendem Regen. Letzmals fast so schlimm war es im Jahr 2000.

Die Wetterkommission sah es kommen, beschloss bereits am Donnerstagnachmittag, vorsichtshalber in der Sporthalle im Schachen auftischen zu lassen. Am Freitag, um sieben Uhr, wurde dann die Schweizer Fahne durch eine grün-weisse Flagge ersetzt. Ein ungewohnter Anblick, was bei vielen Aarauer Fragen auslöste. Jetzt wissen sie es wieder: Es ist das Schlechtwetter-Zeichen.

Das Bankett in der Sporthalle (letztmals 2012) ... naja – aber besser als gar keines. Die Ansprache des Maienzug-Frischlings, Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, hörten fast alle – die meisten als Rauschen. Es sagte: «Mir ist kein Anlass, kein Fest bekannt, das bei den Aarauerinnen und Aarauern derart einheitlich und positiv besetzt ist. Ich selbst bin seit über 50 Jahren an fast jedem Maienzug dabei gewesen; ein einziges Mal musste ich passen, 1986, weil ich am ersten Juli-Freitag an einer militärischen Beförderungsfeier teilnehmen durfte …»
Hilfiker war auch leicht politisch: Zeitgemässe Veränderungen im besten Sinn habe der Maienzug also trotz der starken Verankerung und trotz dem Traditionsbewusstsein der Aarauer immer wieder erlebt. Er sei überzeugt, «dass wir uns auch künftig auf spannende Anpassungen und Neuerungen des Maienzugs freuen dürfen».

Hilfiker wies darauf hin, dass im nächsten Jahr der Maienzug erstmals mit der neuen Kreisschule Aarau-Buchs gefeiert wird: «Ich bin zuversichtlich, dass die neue grösste Kreisschule des Kantons angemessen am Umzug und an den Feierlichkeiten beteiligt sein wird.» Er wies darauf hin, dass noch etwas weiter in der Zukunft für den Zukunftsraum angemessene Beteiligungsformen gefunden würden. «Für eine lebendige Region ist es wichtig, ihre lokalen Traditionen zu pflegen, und da spielt der Maienzug eine ganz wichtige Rolle, nicht zuletzt als Integrationsinstrument einer ‹neuen Hauptstadt›.»

Die Video-Highlights des Maienzugs

Pflotschnass, aber nicht weniger schön: der Maienzug 2018

Hilfiker kann sich sehr gut vorstellen, «dass wir uns künftig bei schlechtem Wetter nicht mehr in der Sporthalle zum Bankett treffen werden, sondern in der neu renovierten Alten Reithalle».
Es gibt also viel zu tun für die neue Maienzugs-Präsidentin Suzanne Marclay-Merz. Sie sagte zu ihrem wettermässig schwierigen Einstand: «Es kann nur besser werden.»

Regentanz: die Morgenfeier 2018 im Video

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