Aarau

Pferderennen: Hat Swedishman wieder Gas?

Bei seinem letzten Start vor fünf Wochen wurde Swedishman (2) Dritter. Verrazano Bridge (4) wurde Zweiter; hinten links erkennbar der Fahrer des viertplatzierten Africain.

Bei seinem letzten Start vor fünf Wochen wurde Swedishman (2) Dritter. Verrazano Bridge (4) wurde Zweiter; hinten links erkennbar der Fahrer des viertplatzierten Africain.

Trotz Fragezeichen ist der aktuelle Meister der Traber am Sonntag der logische Favorit.

Mit acht Prüfungen – drei Trab- und fünf Galopprennen, davon drei über Hindernisse – erfolgt am Sonntag im Schachen der Start zur Aarauer Pferderennsaison 2019. Derzeit lassen die Meteo-Prognosen erwarten, dass es bis und mit Sonntag regnen wird. Demzufolge werden sich die Wetter überlegen müssen, welche Pferde mit einem nicht allzu festen Geläuf gut zurechtkommen – und welche weniger. Allerdings wird die Bahn in Aarau erfahrungsgemäss nie richtig tief – dank des durchlässigen Aarekies-Untergrunds.

Das höchstdotierte Rennen des ersten Renntags ist der von der Stadt Lenzburg und der «Gruppe Lenzburger Unternehmen» mit insgesamt 12 000 Franken ausgestattete Mai-Preis der Traber über 2525 Meter. Das Rennen richtet sich an die erweiterte Traberelite der Schweiz. Sieben der zehn auf der Starterliste figurierenden Pferde müssen 2550 Meter absolvieren, weil sie in ihrem Leben bisher mindestens 290 000 Franken gewonnen haben. Ab diesem Wert, so will es die Ausschreibung des Rennens, kommt beim Start ein Handicap von 25 Metern zum Tragen. Das hat zur Folge, dass die Favoriten mit Zulagen ins Rennen gehen.

Logischer Top-Favorit ist der Seriensieger Swedishman, der im Herbst im Schachen auch die Meisterschaft der Traber gewann. Beim Saisondebüt Mitte März in Avenches setzte sich der 13-jährige Wallach im Besitz von Carlo Pavone standesgemäss durch. Beim zweiten Versuch, vor fünf Wochen, kam er als Dritter ins Ziel. Dass er gegen die Prix-d’-Amérique-Siebte Uza Josselyn den Kürzeren zog, erstaunte wohl kaum jemanden. Und dass sein Speed knapp nicht reichte, wenigstens Verrazano Bridge noch den zweiten Platz wegzuschnappen, liesse sich mit mangelndem Rennglück erklären. Hätte nicht nach dem Rennen Swedishmans Trainerin und Fahrerin Patricia Felber gesagt: «Er hatte vom Start weg kein Gas.» Wo also, so lautet daher die zentrale Frage, steht der aktuelle Trabermeister fünf Wochen später? Erreicht Swedishman wieder das gewohnte Rendement?

Es stellt sich beispielsweise aber auch die Frage: Wie stark ist Stall Nyburgs Verrazano Bridge auf der Aarauer Grasbahn? Der 9-jährige Wallach, trainiert von Adrian Burger im luzernischen Teil des Suhrentals, lief seine bisher sechs Rennen in der Schweiz alle in Avenches – auf Sand. Zuletzt, am 2. Mai, kam Africain aus dem Mülliger Stall Bracher (auch er ist im Mai-Preis am Start) unmittelbar vor ihm ins Ziel. Verrazano Bridge geht mit der Startnummer 3 neben Swedishman ins Rennen. Wie vor fünf Wochen zu Beginn die Spitze nehmen, kann Adrian Burger nicht – wegen der Zulagen. Die beste Startposition hinten hat Univaldi d’Aval. Philippe Blanc könnte ein Stück weit versuchen, mit ihm ein taktisches Rennen zu fahren, um dem 25 Meter weiter vorne startenden Stallgefährten Vino Paguerie zu helfen. Dieser ist auf Gras eine Macht und hat diesen Frühling, wenn auch gegen weniger starke Gegner, in Fehraltorf und Dielsdorf gewonnen. Nur am Ostermontag, als der 9-jährige Fuchs einmal mehr an der Spitze trabte, gings schief: Ein Rad seines Sulkys machte sich selbstständig.

Im Aarauer Stutencup (Trab, 2500 m) treffen die beiden Vorjahres-Erstplatzierten Vicky Crown und Semola GK aufeinander. Letztere hatte auch eine Nennung für den Mai-Preis. Ihre Entourage zog es am Ende aber vor, die Revanche im Stutenrennen anzuvisieren. Im Mai-Preis hat der Stall Allegra Racing Club deshalb nun nur noch den Vorjahressieger und Meisterschafts-Dritten Spike im Rennen, der nach enttäuschenden Auftritten auf Schnee am Ostermontag in Fehraltorf ein Lebenszeichen von sich gab.

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