Aarau
Pfauen erhalten eine Attikawohnung

Seit dieser Woche wird im Wildpark Roggenhausen an der neuen Minipig- und Weiheranlage gebaut. Bevor die Bagger beim Teich vor dem Restaurant aufrollten, wurden die Tiere in Sicherheit gebracht und das Wasser im Weiher abgelassen.

Florian Müller
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Marcel Guignard sowie weitere Behördenvertreter und Projektverantwortliche versammelten sich am Dienstagmorgen zum «Spatenstich». Wobei Spatenstich nicht das passende Wort ist, denn die offizielle Eröffnung erfolgte mit der Motorsäge. In einem symbolischen Akt sägte Forstwart Ueli Lüscher einen Buchenast ab. Altershalber müssen zwei Bäume im Gehege gefällt werden, da die Gefahr von herabfallendem Totholz für die Tiere zu gross ist.

Das Architekturbüro Buser & Partner hat schon grössere «Häuser» gebaut als den Stall für die Minipigs, Pfauen, Wildtruthähne und Appenzeller Barthühner. Ihr Vorhaben ist deswegen nicht weniger minuziös geplant. Währenddem die Minischweine im Parterre hausen dürfen, erhalten die zwei Pfauen im zweistöckigen Stall eine «Attikawohnung». Einwegfenster sorgen dafür, dass grosse und kleine Parkbesucher die Tiere auch in den Schlaf- und Wurfboxen sowie auf den Sitzstangen aus nächster Nähe beobachten können.

Premiere im Aargau

Kernstück des Vorhabens ist der auf tiergerechte Haltung ausgerichtete Stall. Daneben sieht das Projekt auch einen neuen Naturweiher, die Sanierung und Renaturierung des Roggenhausenbachs und eine Wurzelraumkläranlage vor. Diese Art von Kläranlage ist eine Premiere im Kanton: In einem Bodenkörper reinigen Bakterien das Abwasser, das in den Ställen entsteht.

Bewusst legten die Bauherren die Bauphase in die kalte Jahreszeit, wenn weniger Besucher den Wildpark frequentieren. Bis im Frühling sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Der Park bleibt aber weiterhin jeden Tag geöffnet.