Oberentfelden

Pfarrer Wahlen fährt jetzt mit dem Elektroauto auf der Überholspur

Andreas Wahlen mit seinem Pfarrkollegen Peter Hediger und der Sozialdiakonin Rebekka Gloor am Steuer seines bisherigen gewöhnlichen Familienautos. Die drei fahren bald nach Genf – allerdings im Zug.

Andreas Wahlen mit seinem Pfarrkollegen Peter Hediger und der Sozialdiakonin Rebekka Gloor am Steuer seines bisherigen gewöhnlichen Familienautos. Die drei fahren bald nach Genf – allerdings im Zug.

Durch tatkräftige Unterstützung seiner Gemeinde erhält der reformierte Pfarrer Andreas Wahlen aus Oberentfelden die Möglichkeit, ein Jahr lang ein umweltfreundliches Auto zu testen.

Für einen Pfarrer ist die Leidenschaft ungewöhnlich - sie ist fast ein bisschen zu erdverbunden. Doch der Oberentfelder Pfarrer Andreas Wahlen steht dazu: Er mag Autos. Das ist sein Hobby, und er findet, auch ein Pfarrer dürfe ein solches haben.

Dies war auch der Grund, weswegen er sich bei Volvo beworben hatte, um ein Jahr lang als Botschafter der Automarke ein neues Elektroauto zu fahren. Gegenüber der az Aargauer Zeitung sagte er Anfang Februar, er setze sein Auto nie gedankenlos ein und weil er auch in der Kirche predige, dass der Umwelt Sorge getragen werden soll, wolle er nun den Benzin-Verbrauch reduzieren.
Aus 2000 Interessierten in der Schweiz war er unter die ersten 18 Bewerber gekommen. Danach galt es, möglichst viele Freunde und Bekannte dazu zu animieren, im Internet für ihn zu stimmen. Denn nur drei Kandidaten - je einer der Kategorien Neulenker, Umdenker und Trendsetter - erhalten für ein Jahr ein Testauto.

Viel Unterstützung per Internet

Der Pfarrer rührte zünftig die Werbetrommel für seine Sache. Als die Stimmen im Online-Voting Mitte Februar unter 50 Prozent fielen, bat er seine Bekannten und Verwandten per Mail, noch mal abzustimmen - zum Beispiel auch vom Geschäftscomputer aus.

Nun ist Andreas Wahlen tatsächlich ins «E-Team» gewählt, er wird Botschafter in der Kategorie «Umdenker». «Der Schlussspurt nützte», sagte Andreas Wahlen gestern erfreut. Das Auto erhält er im April, dann wird sein bisheriger Benziner ein Jahr lang meist nur auf dem Parkplatz stehen. Ganz auf das Familienauto verzichten, wird Wahlen aber nicht können: «Wir sind eine 6-köpfige Familie, und die hat leider nicht im Volvo CAD Electric Platz», erklärt er. Das Elektroauto ist ein Vierplätzer.

Als erstes fährt Wahlen nun am nächsten Dienstag zum Automobil-Salon nach Genf. Er ist als VIP eingeladen. Ausserdem gibt es ein Gala-Dinner und er kann in «einem schönen Hotel» in Genf übernachten, wie er sagt.

Das Pfarrteam reist an Autosalon

Wahlen konnte offenbar auf die Unterstützung des halben Dorfes zählen. Die Neuigkeit hat sich schnell in Oberentfelden verbreitet: Als er diese Woche auf dem Velo durchs Dorf fuhr, kurbelte ein Gemeindearbeiter im Auto das Fenster runter und rief: «Gratuliere zum Auto!» Auch seine Freunde und Bekannten würden ihm den Gewinn gönnen, sagt Wahlen.

Mit ihm freuen sich auch sein Pfarrkollege Peter Hediger und die Sozial-Diakonin Rebekka Gloor. Sie sind ebenfalls Autoliebhaber und so fahren die drei schon seit langem jedes Jahr sozusagen als Geschäftsausflug an die Ausstellung nach Genf - per Zug.

Meistgesehen

Artboard 1