Aarau
Pfarrei unterstützt behinderte Kinder in Afrika

Ein besonderer katholischer Gottesdienst stand im Zeichen des 25-Jahr-Jubiläums des Zentrums Bethlehem in Ifakara,Tansania.

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Hilfe in Tansania durch Katholische Kirche Aarau

Hilfe in Tansania durch Katholische Kirche Aarau

Zur Verfügung gestellt

Seit mehr als zwanzig Jahren unterstützt die Pfarrei Peter und Paul das Zentrum Bethlehem in Tansania. In Ifakara, ungefähr in der Mitte des ostafrikanischen Landes gelegen, erhalten gegen 100 geistig behinderte Kinder und Jugendliche Betreuung rund um die Uhr sowie eine auf sie zugeschnittene Ausbildung in Alltagsfertigkeiten: eine fast einmalige Chance in einem Land, in dem die Förderung geistig behinderter Kinder und Jugendlicher nicht zur Tagesordnung gehört.

Hochverbindlich und langfristig

Pfarreileiter Thomas Jenelten reist pünktlich zum Jubiläum nach Ifakara - sein insgesamt siebter Besuch in Tansania: «Wir möchten mit unseren regelmässigen Besuchen zeigen, dass uns ihre Arbeit wirklich interessiert, dass wir nicht nur Geld schicken wollen.» Das Zentrum erhält seit 23 Jahren eine jährliche Unterstützung von 30 000 bis 35 000 Franken. Die Spendenbeiträge stammen praktisch ausschliesslich aus der Kollekte nach den Gottesdiensten, hinzu kommen Sammlungen an Geburtstagsfeiern und einzelne Spenden.

Jenelten spricht von einem hochverbindlichen und langfristigen Engagement: «Wir finanzieren ungefähr einen Drittel der Betriebskosten des Zentrums, wir können nicht einfach so aussteigen.» Ohne Aaraus Unterstützung wäre die Zukunft der Institution mehr als ungewiss.

Wichtiger Arbeitgeber

«Das einzigartige Angebot für geistig behinderte Kinder, aber auch die vielen geschaffenen Arbeitsplätze sind Stärken unseres Projektes», sagt Jenelten. Das Zentrum Bethlehem bietet gegen 80 Arbeitsplätze und garantiert damit vielen Familien ein sicheres Einkommen. Neben den Betreuern und weiteren Funktionen sind beispielsweise auch 19 Lehrpersonen in Ifakara angestellt. Da Menschen mit einer Behinderung in Tansania nur wenig gefördert werden, ist es auch schwierig, qualifiziertes Personal zu engagieren. Kompensiert wird dies so gut wie möglich mit internen Fortbildungen.

Feiern auf zwei Kontinenten

Bereits seit längerem gedenkt die Institution ihrer Geburtsstunde: Neben sportlichen Aktivitäten ist unter anderem auch ein Buch über die Geschichte des Zentrums geplant. Das grosse Fest und Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet aber der Samstag, 19. März: Genau an diesem Tag vor 25 Jahren wurde das Zentrum Bethlehem eröffnet.

Mitfeiern, wenn auch in kleinerem Rahmen, kann man auch in Aarau: Am Gottesdienst der katholischen Kirche werden Bilder aus Ifakara gezeigt. Verschiedene Personen, welche die Institution bereits besucht haben, erzählen aus ihren Erlebnissen. Geplant ist auch ein «afrikanischer Apéro», wie Toni Schmid, der für das Rahmenprogramm verantwortlich ist, verrät. Wie Thomas Jenelten kennt er Ifakara bestens. Und wie Jenelten war auch er an jenem verhängnisvollen 3. Oktober 2009 in Ifakara zu Besuch, als ein Wohnhaus - wohl wegen eines elektronischen Defekts - abbrannte.