Suhr
Petition soll den beliebten Schlittelhügel retten

Ein Quartierbewohner kämpft auf petitio.ch für die Erhaltung Schlittelhügels im Lindenfeld. Der beliebte Treffpunkt sol beim Bau eines Hauses für Demenzpatienten verschwinden.

Ueli Wild
Drucken
Teilen
Schlitten, Schaukeln, Bauprofile – die Interessen von Anwohnern und Krankenheim Lindenfeld gehen beim Schlittelhügel auseinander.

Schlitten, Schaukeln, Bauprofile – die Interessen von Anwohnern und Krankenheim Lindenfeld gehen beim Schlittelhügel auseinander.

Ueli Wild

Das Streitobjekt bilden ein paar Kubikmeter Erde: Der Gemeindeverband Lindenfeld soll prüfen, wo auf dem Areal des Krankenheims Lindenfeld das geplante Haus für die Demenzpatienten errichtet werden kann, ohne dass der heiss geliebte Schlittelhügel abgetragen werden muss. Das ist das Anliegen, das Oliver Tiller aus dem Suhrer Feldquartier auf der az-Petitionsplattform petitio.ch lanciert hat. Sein Ziel: Bis zum 13. Februar sollen mindestens 200 Personen seine Petition unterstützen.

Das Problem: Die Trägerorganisation des Krankenheims, der Gemeindeverband Lindenfeld, dem 30 Gemeinden aus dem Grossraum Aarau angehören, plant für 8,6 Mio. Franken ein Demenzzentrum. Dieses «Haus am Teich» soll just in jener Ecke des Lindenfeld-Areals errichtet werden, wo 2014 Erde zu einem Hügel aufgeschichtet wurde, der den Kindern des Quartiers, wenns mal ein wenig Schnee hat, als Schlittelhügel dient.

Open-Air-Quartiertreffpunkt

Nach der heutigen Planung, schreibt Oliver Tiller auf petitio.ch, käme der Bau auch bis auf weniger als drei Meter an den neu erstellten, ebenfalls sehr beliebten Spielplatz zu stehen. Und: Viele Bewohner des Feldquartiers würden den Verlust des Schlittelhügels sowie die Beeinträchtigung des Spielplatzes sehr bedauern. Tiller ist überzeugt, dass es «auf dem relativ weitläufigen Areal des Lindenfelds» weitaus geeignetere Standorte als genau diese Ecke gibt, die zu jeder Tages- und Jahreszeit ein äusserst beliebter Open-Air-Quartiertreffpunkt sei. In Tillers Augen passt das Bauvorhaben deshalb überhaupt nicht zu den Bestrebungen der Gemeinde Suhr, das Zusammenleben in den Quartieren zu fördern. Zur Erinnerung: An der Sommer-Gmeind 2016 wurden 750 000 Franken für ein Pilotprojekt Quartierentwicklung gesprochen.

An einem Info-Forum der Gemeinde Suhr im August 2016 deutete Gemeindepräsident Beat Rüetschi an, dass es unter Umständen die Möglichkeit gebe, den Hügel abzutragen und das Material an anderer Stelle wieder aufzuschichten. Beat Rüetschi ist auch Präsident des Gemeindeverbandes Lindenfeld.

Im Dezember waren die Altlasten-Abklärungen auf dem Gelände des künftigen Demenzzentrums noch im Gange. Sobald sie abgeschlossen seien, sagte Beat Rüetschi damals gegenüber der az, sei mit der kantonalen Baubewilligung zu rechnen. Dies werde vermutlich im Januar oder Februar 2017 der Fall sei. Dann könne der Baubeginn erfolgen. – Während der Zeit der öffentlichen Auflage war laut der Website des Krankenheims Lindenfeld bei der Gemeinde Suhr keine Beschwerde gegen das Baugesuch eingegangen.

Aktuelle Nachrichten