Ab nächstem Mittwoch werden 60 Asylbewerber in die ehemalige militärische Kommandozentrale beim Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg einziehen. Bis Ende 2017 will dort der Kanton Männer, die sich im laufenden Asylverfahren befinden, unterirdisch unterbringen. An einem Infoabend stellten die Gränicher kritische Fragen.

Zu reden gibt unter anderem die Passerelle, welche die Asylbewerber zu benutzen haben. Dies, so wird gemunkelt, damit sie und die Schüler der Landwirtschaftlichen Schule Liebegg einander nicht ins Gehege kommen. Wer, so die naheliegende Frage, soll hier vor wem geschützt werden?

Die Schüler der landwirtschaftlichen Schule und die Asylbewerber sollen sich nicht ins Gehege kommen: Passerellefür Asylbewerber auf der Liebegg. Mario Heller

Die Schüler der landwirtschaftlichen Schule und die Asylbewerber sollen sich nicht ins Gehege kommen: Passerellefür Asylbewerber auf der Liebegg. Mario Heller

Balz Bruder, Chef Kommunikation im Departement Gesundheit und Soziales (DGS), winkt ab: «Unmittelbar vor dem Eingang zur kantonalen Asylunterkunft», so seine Erklärung, «finden Vorkurse der Landwirtschaftlichen Schule Liebegg mit schweren Landmaschinen statt.» Wenn die Asylsuchenden über die Passerelle gelenkt würden, diene dies dem Zweck, die beiden Betriebe voneinander zu trennen. Die Massnahme werde ergriffen, «um Störungen des ordentlichen Schulbetriebs und Unfällen vorzubeugen».

Der Gränicher Gemeindeammann Rolf Arber zur Asylunterkunft Liebegg.

Der Gränicher Gemeindeammann Rolf Arber zur Asylunterkunft Liebegg.

"Das Sicherheitskonzept beruhigt mich." Gemeindeammann Rolf Arber äussert sich zur Asylunterkunft Liebegg.

Die Passerelle wurde, wie Balz Bruder weiter ausführt, in Absprache zwischen dem Kantonalen Sozialdienst und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg realisiert. Schon an einer Infoveranstaltung im Mai 2014 hatten Vertreter des Kantons erklärt, dass ein neuer Fussweg und eine provisorische Passerelle als Zugang zur Unterkunft vorgesehen seien. Die Entflechtung der Zugänge gehörte zu den Forderungen, die Hansjörg Erne, Präsident der Schulkommission Liebegg, damals formulierte. Der SVP-Grossrat aus Leuggern befürchtete Konflikte mit dem Schulbetrieb.

Das Baugesuch – unter anderem für den neuen Zugang – reichte der Kanton im Frühjahr 2014 ein. Der Gemeinderat erhob dagegen Einsprache und verlangte ein reguläres Umnutzungsgesuch. Auch nachdem das DGS dieser Forderung nachgekommen war, weigerte sich die Gemeinde monatelang, das Umnutzungsgesuch öffentlich aufzulegen.