Aarau
Parkuhr kann in Aarau auch per Handy oder App gefüttert werden

In drei Aarauer Parkhäusern und auf sechs Parkplätzen können Autofahrer ohne Münz bezahlen. Die Parkgebühr kann nun auch per Handy aus dem Auto hinaus bezahlt werden.

Anna Wanner
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Ein Polizist kontrolliert die Parkuhr (Archiv)

Ein Polizist kontrolliert die Parkuhr (Archiv)

Keystone

Bei Minustemperaturen das Münz aus dem Portemonnaie klauben? Vielen Autofahrern wird das in Aarau erspart. Sie können die Parkgebühr auch per Handy aus dem Auto bezahlen. Aber nicht nur: Die Betreiberin dieses Bezahlungssystems schaltete vor einigen Tagen eine neue App auf. Die App erlaubt den Parkierern, die virtuelle Parkuhr per Internet in Gang zu setzen.

Markus Rahm von der Betreiberfirma Parkingcard Service AG sagt: «Wem telefonieren zu mühsam ist, kann neu die App auf dem Smartphone bedienen.» Dass die Parkuhr dadurch zum Auslaufmodell wird, bezweifelt er. «In den nächsten 20 bis 30 Jahren wird sicher weiterhin auch mit Bargeld bezahlt.» Das neue System sei ein Komplementärprodukt.

4741 aktive Nutzer

Seit drei Jahren läuft das Projekt «Bezahlen der Parkgebühren via Mobiltelefon». Im März 2009 waren 250 Nutzer registriert. Ein Jahr später waren es 850. Die Stadträte entschieden im 2010, das Projekt nicht nur weiterzuführen, sondern es auch auszuweiten: Damals kamen zu den Parkplätzen Mühlematt und Obere Schanz die Parkplätze Viehmarkt, Pulverturm, Fretz und Untere Schanz hinzu.

Heute bezahlen 4741 Autofahrer regelmässig über das Parkingcard-System ihre Parkgebühren. Darunter nicht nur Handy-Nutzer. Auch Parkplätze mit Schranken, wie die Kettenbrücke oder die Sporthalle Schachen, sind Teil des Systems, sowie die Parkhäuser Bahnhof, Kaserne und Flösserplatz. Dort bezahlen Autofahrer mit einem Badge, den sie mit der Registrierung erhalten (siehe «Zahlen ohne Münz»).

Kein Münz auf Vorrat einwerfen

Das Projekt «Bezahlen der Parkplatzgebühren via Mobiltelefon» wird bis 2014 weitergeführt, wie es in einer Mitteilung des Stadtrates heisst. Und das, obwohl laut Stadtpolizei die Einnahmen der Handy-Bezahlungen noch relativ tief sind.

«Aufwand und Ertrag gleichen sich tendenziell aus», rechtfertigt Markus Rahm das System. «Je mehr Leute sich registrieren und das neue System nutzen, desto weniger Betriebskosten fallen für die herkömmlichen Parkuhren an.» So müssen zum Beispiel die Parkuhren weniger oft geleert werden.

Ein weiterer Vorteil sei das «ehrliche Bezahlen», so Rahm. Denn verrechnet werde die tatsächliche Parkzeit – im Gegensatz zur Parkuhr, wo Münz auf Vorrat eingeworfen wird.