Es ist vermutlich ein gutes Zeichen, wenn die Parkplatzsituation für die Lehrerschaft mehr zu reden gibt, als die Asylbewerberunterkunft in der Südallee (siehe Text rechts). Entsprechend gering war am Montagabend der Besucheraufmarsch am Informationsforum der Gemeinde Suhr, was Gemeindepräsident Beat Rüetschi sichtlich überraschte: «Ich habe gedacht, mit diesen Themen müssten wir heute Abend noch anbauen.» Schliesslich seien es doch allesamt emotionale Themen.

Die besagte Parkplatzsituation betrifft das neue Schulhaus Feld: Nebst diversen Parkfeldern rund um das Schulhaus sollen in einer Verlängerung des Gönhardwegs acht Parkfelder entstehen – mit einer Maximalparkzeit von vier Stunden. Damit war das Diskussionsthema gesetzt: Vier Stunden würden nicht ausreichen, wurde moniert, da müssten die Lehrer in der Mittagspause die Parkscheibe nachstellen. Der Gemeinderat hielt dagegen, man wolle auf diesen Parkfeldern keine Dauerparkierer. Und sowieso seien Lehrer doch Vorbilder und könnten in dieser Funktion aufs Auto verzichten. Am Ende der Diskussion hatte man sich darauf geeinigt, die Situation zu prüfen, wenn es denn so weit sei und das Schulhaus gebaut.

Schulhaus leicht verschoben

Bis es so weit ist, wird es noch bis 2015 dauern. Die ersten Einzelheiten stehen aber fest, wie Gemeinderat Marco Genoni erklärte: Dreistöckig soll es werden und sechs Klassenzimmer, sechs Gruppenräume, zwei Kindergärten und einen Medienraum umfassen. Die Kosten belaufen sich nach Schätzungen auf gut 7 Millionen Franken. Darin enthalten seien nicht nur die Baukosten, sondern auch die Beträge für Mobiliar, eine Fotovoltaikanlage und die Umgebungsarbeiten mit Velounterständen und Parkplätzen.

Das Schulhaus musste kurzfristig noch etwas nach Osten versetzt werden. Der Grund: Der Boden ist stellenweise belastet. So steht es im Katasterplan und eine Untersuchung hat es bestätigt: Rund sechs Kilogramm chlorierte Wasserstoffe, kurz CKW, befinden sich in der Erde. In den Boden gelangten die Chemikalien vermutlich bei chemischen Reinigungsvorgängen der Metallwäscherei, die nach der Knochenmühle auf dem Areal stand.

Keine akute Gefahr

Eine akute Gefahr gehe von den Chemikalien nicht aus. «Dem Menschen geschieht nichts, das Problem ist das Grundwasser», sagte Rüetschi. Weil CKW schwerer ist als Luft, bleibt es im Boden und könnte demnach mit den Jahren bis in die Grundwasserzone vordringen. Auch wenn die Belastung mit sechs Kilogramm sehr gering und laut Richtlinien keine Sanierung notwendig sei, habe man sich dazu entschlossen, die belastete Erde auf rund 100 Quadratmetern vier Meter tief auszugraben und fachgerecht zu entsorgen. Damit wären 50 Prozent des Standortes saniert. Der Kredit für die Altlastensanierung von 250'000 Franken wird an der nächsten Gemeindeversammlung beantragt.

Verschoben wurde das Schulhaus, um das betroffene Gebiet frei zugänglich zu halten. «So müssen wir nicht erst das Schulhaus abreissen, sollte in 50 Jahren etwas an dem belasteten Areal gemacht werden müssen», sagte Rüetschi. Ausserdem wird auf eine Unterkellerung des Gebäudes verzichtet.

Neues gab es auch zum Primarschulhaus Dorf, das bis 2016 gebaut werden soll. Weil die Zeit drängt, soll so rasch wie möglich ein Architektenwettbewerb aufgegleist werden. Spätestens im November 2014 soll die Gemeindeversammlung über den Ausführungskredit befinden.