Sie ist erst 32 Jahre alt – und damit die Jüngste unter den 74 Laienrichtern an den Aargauer Bezirksgerichten. Mehr noch: Die FDP-Frau Janine Hadorn erzielte bei ihrer Wiederwahl im Bezirk Zofingen das mit Abstand beste Resultat.

Dabei wohnt sie nicht einmal im Wahlkreis. Die Mutter eines fast einjährigen Buben ist in Aarau aufgewachsen und lebt seit 2015 in Oberentfelden. Die Wahl im Nachbarbezirk Zofingen war nur möglich, weil 2012 die Wohnsitzpflicht aufgehoben worden ist.

Janine Hadorn hat in einer Aarauer Anwaltskanzlei eine kaufmännische Lehre gemacht. «Da begann mich das Justizwesen so richtig zu faszinieren», erinnert sie sich. Ihr Lehrmeister war der bekannte Anwalt und Politiker Herbert H. Scholl.

Nach der Lehre arbeitete Janine Hadorn drei Jahre als Sachbearbeiterin bei der Aargauer Staatsanwaltschaft. 2006 erfolgte der Wechsel an das Bezirksgericht Zofingen. An das Familiengericht, wo sie bis letztes Jahr, bis zur Geburt ihres Kindes, tätig war.

Eine Gerichtsangestellte, die gleichzeitig nebenamtliche Bezirksrichterin ist: Geht das? Ja, im Fall einer Sachbearbeiterin, nein, bei einer Gerichtsschreiberin. Janine Hadorn hatte stets den Wunsch, an vorderster Front mit dabei zu sein, wenn Recht gesprochen wird. «Ich habe darum 2012 die FDP des Bezirks Zofingen angefragt, ob sie mich aufstellt», sagt Janine Hadorn.

Sie wurde gewählt und hat drei Jahre lang, bis sie ihren Job aufgab, freiwillig nur Straf- und Forderungsprozesse gemacht. Für Familiengerichtsfälle, etwa Scheidungen, liess sie sich nicht einteilen.

Hatte sie nie den Wunsch, Jura zu studieren? Doch, mit etwa 25 Jahren habe sie sich das überlegt. «Aber für mich war immer klar, dass ich einmal Familienfrau werde.» Jetzt hat sie ihren Sohn und den 20-Prozent-Job als Bezirksrichterin. Im Aargau sind nur vier Bezirksrichter jünger als 35 Jahre. (uhg)