Wahlen AG 2020

Panaschierköniginnen und Panaschierkönige: Wer bei Fremden besonders beliebt war

Ein Satz, der nach Wahlen häufig fällt: «Jetzt müssen wir das Ergebnis analysieren.»

Ein Satz, der nach Wahlen häufig fällt: «Jetzt müssen wir das Ergebnis analysieren.»

Aus der Panaschierstatistik lässt sich herauslesen, wie viele Stimmen die Kandidierenden von parteifremden Listen erhalten haben. Zwei Panaschierköniginnen und ein Panaschierkönig – so sieht die Grossratsbilanz in den Bezirken Aarau, Lenzburg und Kulm aus.

Der direkt nach den Wahlen von Parteivertretern vielgeäusserte Satz «Jetzt müssen wir das Ergebnis analysieren» wird diese Woche vielerorts in die Tat umgesetzt. Das Wahlbüro des Kantons hat dazu alle Daten bereitgestellt.

Aus der Panaschierstatistik lässt sich herauslesen, wie viele Stimmen die Kandidierenden von parteifremden Listen erhalten haben, weil die Wählenden dort ihren Namen extra von Hand aufgeschrieben haben. Das können Listen anderer Parteien als die Stammpartei sein – oder aber die leere Liste, die keiner Partei zugeordnet ist und von der die meisten Kandidierenden den grössten Anteil ihrer Panaschierstimmen bekamen.

Panaschierstimmenanteil von Marclay-Merz bei 43 Prozent

Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Bezirk Aarau: Panaschierkönigin ist FDP-Stadträtin Suzanne Marclay-Merz (2683 Panaschierstimmen, total 6240 Stimmen) vor ihrem Kantonalparteipräsidenten Lukas Pfisterer (2642, total 6071) und der Grünen Neo-Grossrätin Mirjam Kosch (2632, total 4704).

Suzanne Marclay-Merz war bei Fremden besonders beliebt.

Suzanne Marclay-Merz war bei Fremden besonders beliebt.

Bei Marclay-Merz beträgt der Panaschierstimmenanteil an den Gesamtstimmen 43,0 Prozent, bei Pfisterer 43,5 Prozent. Bemerkenswerterweise holt Pfisterer von SVP-Listen rund 240 Stimmen mehr als Marclay, sie liegt aber bei der SP und der GLP je etwa 100 Stimmen vorne. Die Drittplatzierte Mirjam Kosch hat knapp 56 Prozent ihrer Stimmen von Nicht-Grünen-Listen erhalten, am häufigsten von der SP (998 Panaschierstimmen) – sogar mehr als von leeren Listen.

Lenzburger Stadtammann auf Rang Zwei

Im Bezirk Lenzburg ist die Freisinnige Jeanine Glarner die eindeutige Panaschierkönigin. Die ehemalige Regierungsratskandidatin und Gemeinderätin von Möriken-Wildegg – wahrscheinlich bald Frau Gemeindeammann – erhielt 1999 Stimmen von fremden Listen (48,1 Prozent). Mit Abstand am meisten (520) von der SVP – und von der politisch nicht zuzuordnenden leeren Liste (920).

Auch Jeanine Glarner ist Panaschierkönigin.

Auch Jeanine Glarner ist Panaschierkönigin.

Rang Zwei geht an den Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann (SP), der 1627 Panaschierstimmen (43,9 Prozent) machte. Auffallend: Bei Mosimann sind sie im Vergleich mit Glarner viel besser verteilt. So erhielt er von CVP, FDP, GLP und Grünen zwischen 130 und 200 Stimmen.

Lüscher ist Panaschierkönig im Bezirk Kulm

Drittplatziert und mit 1623 Panaschierstimmen nur knapp hinter Mosimann liegt Maya Bally (früher BDP, jetzt CVP). Sie machte bei Anhängern der FDP auffallend viele Stimmen (273, leere Liste: 720). Bei ihr beträgt der Panaschierstimmenanteil an den Gesamtstimmen 62,3 Prozent und ist damit knapp 5 Prozent höher als bei Sabine Sutter-Suter, die bei den Wahlen von Bally überholt und dadurch als CVP-Grossrätin abgewählt worden ist.

Der Panaschierkönig des Bezirks Kulm heisst Severin Lüscher. Der Grüne holte 1209 seiner 1953 Stimmen von fremden Listen, das sind 61,9 Prozent. Die meisten kamen von der SP-Liste (leere Liste: 441).

Der Grüne holte 1209 seiner 1953 Stimmen von fremden Listen.

Der Grüne holte 1209 seiner 1953 Stimmen von fremden Listen.

Zweitplatziert ist Adrian Meier (FDP) mit 1047 Fremdstimmen (42,6 Prozent), der Löwenanteil stammt von SVP-Wählern (367) und der leeren Liste (432). Der Dritte Rang geht an Rolf Haller von der EDU. Der Zetzwiler setzt sich im Grossrat für den Unterkulmer WSB-Tunnel ein. Er erhielt 979 Fremdstimmen (60 Prozent). Annähernd die Hälfte davon (435) kommt von der SVP; viel mehr als von der leeren Liste (259).

Meistgesehen

Artboard 1