Bezirksgericht Aarau
Pädophiler Pfarrer: Vier Jahre Gefängnis wegen Missbrauchs von vier Kindern

Vor rund einem Monat beschäftigte sich das Aarauer Bezirksgericht mit dem Fall eines pädophilen Pfarrers. Der Mann hatte sich an Kindern im familiären Umfeld vergriffen. Nun steht das Urteil fest.

Noemi Lea Landolt
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Ein 70-Jähriger hat über Jahre vier Kinder aus dem familiären Umfeld sexuell missbraucht. Vor knapp einem Monat musste er sich deswegen vor dem Bezirksgericht Aarau verantworten. Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt.

Der Mann wird wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen und muss dafür vier Jahre ins Gefängnis. Ausserdem hat das Gericht eine strafvollzugsbegleitende ambulante Therapie für den pädophilen Straftäter angeordnet und ihm ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen auferlegt.

Erneute Befragung der Kinder verhindern

Das Gericht folgte mit diesem Urteil mehrheitlich dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren beantragte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann ans Obergericht weitergezogen werden.

«Wir haben noch nicht entschieden, ob wir Berufung anmelden werden», sagt Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft. Das Wichtige für die Staatsanwaltschaft sei jedoch, dass die Kinder vor Bezirksgericht nicht noch einmal zu den sexuellen Übergriffen befragt wurden und dass sie auch nicht mehr befragt werden, sollte das Urteil ans Obergericht weitergezogen werden. «Das wäre für die Kinder sehr belastend», sagt Strebel.

Der Beschuldigte zieht das Urteil wohl weiter

Vor Gericht plädierte auch Urs Oswald, der Verteidiger des Beschuldigten, für einen Schuldspruch wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern. Allerdings beantragte er lediglich eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Mit der ambulanten Therapie und dem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot war der Beschuldigte einverstanden.

Gegenüber «TeleM1» sagt Oswald nun, er habe Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts angemeldet. Man warte aber das schriftliche Urteil ab und entscheide dann definitiv. Oswald liess jedoch durchblicken, dass ihm die ausgesprochene Strafe zu hoch erscheint.