Naturama

Orang-Utan und Riesenalk waren noch einmal die Stars

Das Naturama ermöglichte einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Rund 40 000 Besucher begrüsst das Team des Naturama das Jahr hindurch in seinen Ausstellungsräumen.

Es ist eines der Schmuckstücke der Sammlung. Der Orang-Utan aus Nordsumatra wurde 1938 an Paul Steinmann, den damaligen Kurator des Aargauischen Museums für Natur und Heimatkunde in Aarau, übergeben. Kraftgeladen und aufmerksam reckt er auf seinem Ausstellungspodest den Kopf in die Höhe und dem Betrachter entgegen.

Konserviert in seiner Bewegung ist der Menschenaffe, der seinerzeit zum Preis von 5000 Franken erstanden wurde, seit nun fast achtzig Jahren Faszinosum und Repräsentant einer fernen Welt und zugleich auch Bestandteil der menschlichen Wissensgeschichte. Ein Museumsexemplar, das den Wandel in der Weise, wie Museen mit ihren Besuchern kommunizieren, mitbeschreibt.

So war es in den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Trend, den Besuchern von Naturmuseen die Ausstellungspräparate als Teil eines Dioramas möglichst lebensnah vorzustellen.

Eigentlich ist der Orang-Utan nicht mehr Teil der öffentlichen Ausstellung des Museums. Doch vorgestern Samstag und gestern Sonntag wurde den Besuchern anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums an zwei Tagen des offenen Naturama ein spannender Blick hinter die Kulissen gewährt.

Über 200 Jahre alte Sammlung

Verschiedene Führungen standen zu diesem Zweck auf dem Programm. Von Bea Stalder, zuständig für Erwachsenenbildung, erfuhren die Besucher unter anderem, dass das wertvollste Stück der Sammlung, der ausgestorbene, dem Pinguin ähnliche Seevogel mit Namen Riesenalk, dem Museum vom ersten Bundesrat aus dem Aargau, Friedrich Frey-Herosé, zugetragen worden war.

Mit Peter Jann - er ist seit etwas mehr als einem Jahr Leiter des Naturama - gelangten die Besucher in den Sammlungsraum im obersten Stock des Museums-Altbaus. Hier lagern Hunderte von Präparaten, die über zwei Jahrhunderte hinweg aus der ganzen Welt nach Aarau gekommen sind.

Heute widmet sich das Naturama mit seinen Ausstellungen in erster Linie dem Lebensraum Aargau. Auch aus diesem Grund finden die meisten der Präparate keinen Platz mehr in den verschiedenen Museumsräumen. Auf seiner Führung erklärte Jann, wie die Objekte vor Licht, Temperaturschwankungen und Insektenbefall geschützt werden. «Im Grunde haben wir mit den klassischen Estrichproblemen zu kämpfen», so Peter Jann.

Die ganze Familie ist begeistert

Rund 40 000 Besucher begrüsst das Team des Naturama das Jahr hindurch in seinen Ausstellungsräumen. Der Besucheransturm hielt sich am Samstag wegen des herrlichen Wetters zwar in Grenzen, wer aber seinen Weg ins Museum fand, äusserste sich begeistert zur Jubiläumsveranstaltung.

Antonio und Maristella Mazotta sind mir ihren beiden Söhnen Nicolò und Lorenzo aus Lenzburg angereist. Die ganze Familie sei sehr angetan vom Naturama, so Antonio Mazotta. «Es ist toll, wie man hier die Natur erleben kann.»

Peter Jann ist es wichtig, dass das Naturama neben der Erfüllung des Bildungsauftrages auch Anregungen bieten kann. «Wir wollen die Besucher motivieren, vermehrt in die Natur zu gehen und bringen ihnen deshalb Aargauer Aue, Wiese und Wald näher.»

Bernhard Gloor besuchte das Museum am Samstag zusammen mit seiner Enkeltochter. Auch ihm hat der Tag des offenen Naturama sehr gut gefallen. «Es ist ein spezieller und interessanter Einblick, der heute ermöglicht wurde», bemerkt Bernhard Gloor, derweil die Enkelin bereits auf dem Weg zur nächsten Attraktion ist.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1