Suhr
Ohne die Initiative von Privaten geht in Suhr für die Kinder nichts

Es gibt nicht genug Betreuungsplätze für Kinder arbeitender Eltern – das soll sich in Suhr nun ändern. Mit 2,5 Millionen Franken möchte die Gemeinde bis Ende 2014 das bestehende Angebot aufstocken.

Sabine Kuster
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Ein Kind beim Spielen in der Suhrer Kindertagesstätte «Villa Kunterbunt». Annika Bütschi

Ein Kind beim Spielen in der Suhrer Kindertagesstätte «Villa Kunterbunt». Annika Bütschi

«Mein Sohn kommt im Sommer in die Schule – ich habe ein Problem.» Diese Suhrerin am Infoforum am Montagabend brachte auf den Punkt, woran es in der Gemeinde mangelt: Kindertagesstätten, Mittagstische und andere familienergänzende Tagesstrukturen.

Doppelt so hohe Nachfrage

Diese gilt es nun bis Ende 2014 auszubauen. 2,5 Millionen Franken sind dafür berechnet. Gemäss Angaben des Bundes nutzen 15 bis 25 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs ein Betreuungsangebot während zwei bis drei Tagen. Umgerechnet auf Suhr heisst dies: Das bestehende Angebot vermag erst die Hälfte der Nachfrage abzudecken.

Wie viel in Suhr tatsächlich gewünscht ist, muss sich noch zeigen. Auf jeden Fall gibt es Wartelisten. Bisher gibt es die Kinderkrippe SiSaSug, das Chinderhuus Villa Kunterbunt, den zweisprachigen Tageskindergarten, die Mittagstische Feld, Villa Kunterbunt und derjenige der evangelischen Freikirchen, sowie Tagesfamilien und Spielgruppen.

Angebot ist für niemanden gratis

Der Gemeinderat will bis Ende 2014 zwei Fünftel der Kosten übernehmen, also eine Million Franken. Die Beiträge der Eltern sind einkommensabhängig, aber alle sollen zumindest 20 Prozent eines Betreuungsplatzes bezahlen – ab 30000 bis 90000 Franken steuerbares Einkommen soll die Beteiligung bis auf 100 Prozent ansteigen.

Doch zuerst braucht es die Initiativen von Privaten – es wird in Suhr keine gemeindeeigenen Horte oder Mittagstische geben. Die Gemeinde will mit den Anbietern aber Leistungsverträge abschliessen um die Qualität zu sichern. Nur Eltern mit Kinder in solchen Institutionen können Subventionen beantragen. So sollen sich etwa die Tagesmütter dem Verein Tagesmütter Baden anschliessen. Am grössten ist das Manko bei der Randstundenbetreuung der schulpflichtigen Kinder – darauf zielte das Votum der Mutter ab, deren Sohn eingeschult wird. Hier gibt es noch kaum ein Angebot, Eltern mit schulpflichtigen Kindern können sich nur Tagesfamilien suchen.

Investitionen sollen sich lohnen

Den Kredit von einer Million bringt der Gemeinderat zusammen mit einem Versprechen vor die Sommer-Gmeind: Die Investitionen in die Tagesstrukturen erhielten Gemeinden in der Regel im Faktor 1,7 zurück und zwar wegen tieferer Kosten im Sozialen und der Heilpädagogik sowie zusätzlicher Steuereinnahmen der arbeitenden Eltern und Eltern, die sich für den Standort Suhr entscheiden. Als weitere Vorteile für die Gesellschaft nannte Gemeinderätin Carmen Suter-Frey die bessere Integration von Migrantenkindern, die ganztägige Förderung, eine steigende Geburtenrate und dass die Unternehmen länger von der Berufserfahrung der Frauen profitieren könnten.

Dennoch hatte Suter-Frey gleich zu Beginn betont: «Die Eltern bleiben die zentralen Bezugspersonen der Kinder und sie tragen weiter die Erziehungsverantwortung.»

Konzept sowie Fragebogen zur Vernehmlassung sind auf der Gemeindehomepage unter «Suhr bewegt» zu finden.