Aarau

Ohne das grosse rote Zelt geht nichts: Zirkusluft auf dem Kasernenplatz

Die Crew des Cirque Aïtal und mehrere Schweizer Helfer gestern beim Aufrichten des Zirkuszelts im Innern des Kasernenareals.

Die Crew des Cirque Aïtal und mehrere Schweizer Helfer gestern beim Aufrichten des Zirkuszelts im Innern des Kasernenareals.

Der französische Cirque Aïtal tritt im Rahmen des Festivals «Cirq’» im Sperrbereich auf.

Mittwochvormittag – auf dem Aarauer Kasernenareal nimmt ein Zirkus-Chapiteau Gestalt an. Der Cirque Aïtal, zu Hause in Muret, 20 Kilometer südlich von Toulouse (F), hat zum «Cirq’», dem Festival für aktuelle Zirkuskunst, sein Zelt mitgebracht. Egal ob im kanadischen Montréal oder in Aarau: Ohne dieses intime rote Zelt funktioniert das Programm nicht. «Pour le meilleur et pour le pire», die poetisch-komische Geschichte eines perfekten Paars, lebt vom artistischen Können eines französischen Hünen und einer elfenhaften Finnin, die mit einem kleinen roten Auto in die Manege einfahren.

Tücken weist nicht nur ihre Beziehung auf, sondern auch der Standort des Zirkuszelts: neben der alten Reithalle, aber auf dem noch militärisch genutzten Kasernenareal. Dass dieses benutzt werden darf, ist nicht selbstverständlich und das Ergebnis einer langen Geschichte mit glücklichem Ausgang. Seit Frühjahr 2016, sagt Roman Müller, der künstlerische Leiter von «Cirq’», habe man die Zusage der militärischen Stellen. Im letzten Winter habe es dann noch einen kritischen Moment gegeben, weil es nötig ist, zur Stabilisierung des Zeltes Eisen in den Belag des Platzes zu rammen. Auch dafür gab es am Ende grünes Licht.

Zwischen Kaserne und Zelt zog das Militär eine Sperre auf. Wer beim Aufbau mitarbeitete, musste einen Passierschein vorweisen. Roman Müller scherzt: «Da stellte sich die Frage, ob der Hund, der im Stück eine Rolle spielt, auch einen Pass braucht.» Die Sperre bleibt auch bei den Aufführungen bestehen. Das Publikum erhält Zutritt von der Reithalle her. Damit dies möglich ist, wird der Maschendrahtzaun auf dieser Seite entsprechend «perforiert».

Die 2017er-Ausgabe von «Cirq’» mit über 30 Vorstellungen ganz unterschiedlicher Art dauert vom 16. bis zum 25. Juni. Eröffnet wird das Festival morgen Freitagabend mit einem unüberhörbaren Spektakel in der Innenstadt: Die Stadtmusik und die französische Zirkusfanfare Circa Tsuica verbünden sich miteinander und machen Aarau zur Bühne.

Weitere Informationen unter www.cirquaarau.ch

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