Suhr

Ökologische Aufwertung des Gebietes: Für Fernwärme wird ab Juni gebaut

Dampf in Buchs, doch die Energie fliesst in die Fernwärme.

Dampf in Buchs, doch die Energie fliesst in die Fernwärme.

Bis in rund einem Jahr dürfte die Mittelland Molkerei AG in Suhr mit Dampf aus der KVA in Buchs versorgt werden.

Der Buchser Dampf für die Suhrer Emmi kommt. Mit etwas Verspätung, aber er kommt. Im Januar hat der Suhrer Gemeinderat die Bewilligung für die beiden Baugesuche (Ausbau Fernwärme Suhr Süd sowie Ausbau Fernwärme und Umlegung Ferndampf Suhr Ost), die ab April 2019 öffentlich auflagen, erteilt. Damit wird die Ferndampfleitung, die heute von der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs (KVA) bis zur Bernstrasse Ost in Suhr führt (Möbel Pfister), definitiv bis zur Mittelland Molkerei AG (Emmi) am Obertelweg verlängert. Aktuell läuft das Ausschreibungsverfahren.

Mit der späten Erteilung der Bewilligung verschiebt sich der geplante Baubeginn um weitere zwei Monate auf Juni 2020. «Zur Verzögerung kam es, weil bezüglich Ferndampfleitung Fragen zum ökologischen Ausgleich bei der WSB-Unterführung bei der Bernstrasse aufgetaucht sind», sagt Rolf Schumacher, Geschäftsführer der Fernwärme Wynenfeld (Fewag) auf Anfrage.

Einschränkungen für Verkehr «sehr bescheiden»

Die Linienführung läuft vom Schwimmbad bis zum Möbel Pfister entlang der bestehenden Leitungsführung. Da unterquert sie Strasse und SBB-Linie, folgt der Südseite der Gleise, zieht sich via Bahnhof und Henz- Areal entlang der SBB-Gleise bis hin zur Emmi.

Die neue Leitung wird rund 2,6 Kilometer lang. Die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer dürfte während der Bauzeit sehr bescheiden ausfallen, sagt Schumacher. «Die Leitungskanäle werden mit Unterstossungen unter die Strassen getrieben.»

Die Kosten für das Projekt dürften sich auf 7,6 Millionen Franken belaufen. Läuft alles nach Plan, dürfte die Mittelland Molkerei ab dem ersten Halbjahr 2021 mit KVA-Dampf versorgt werden. Aktuell erzeugt die Molkerei ihren Dampf noch mit Erdgas. Dank der Umstellung auf Ferndampf kann sie den Ausstoss von CO2 von heute 8100 Tonnen pro Jahr um 6500 Tonnen reduzieren.

Eine ökologische Aufwertung des Gebietes

Von der neuen Leitung an den Obertelweg werden dereinst auch die Privathaushalte profitieren. Zudem plant die TBS Strom AG laut Schumacher eine Heizzentrale beim Henz-Areal, welche ebenfalls mit Heisswasser versorgt wird. «Die Fewag übernimmt die Aufgabe, die Energie in die Versorgungsgebiete zu bringen. Von dort wird die Fernwärme von der TBS Strom AG zu den Haushaltungen in den beiden Einzugsgebieten gebracht.»

Das zweite bewilligte Gesuch betrifft den Raum Wyna–Bernstrasse Ost. Hier wird die bestehende Ferndampfleitung ins Erdreich verlegt, aus Sicherheitsgründen; die Dämmschicht wurde mehrfach beschädigt, mutwillig oder durch dichte Bepflanzung. Die bestehenden oberirdischen Leitungen werden komplett zurückgebaut, inklusive Rohrbrücke über der Wyna.

Durch den Rückbau der oberirdischen Leitung ergibt sich eine ökologische Aufwertung des Gebietes um das Schwimmbad. Auch in dem Bauabschnitt werden zwei Fernwärmeleitungen mitverlegt. Die Linienführung nimmt dabei Rücksicht auf die Ostumfahrung. Der Baustart ist für Juni geplant. Die Arbeiten dürften rund ein Jahr dauern.

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