Aarau

Oberstufen-Schulhaus im Schachen wird definitiv neu gebaut – aber wo?

© Sandra Ardizzone

Bis spätestens 2027 muss das Oberstufenschulhaus Schachen in Aarau ersetzt werden. Doch der Standort ist noch unklar. Und die Zeit drängt.

Das Oberstufenschulhaus Schachen (OSA) war in den letzten zwei Jahren mehrfach Gegenstand von Anfragen im Aarauer Einwohnerrat. Rund 50 Mio. Franken plant der Stadtrat hier zu investieren. Entweder für eine Gesamtsanierung mit Erweiterung oder für einen Ersatzneubau. Das Problem ist nur: Für die Schulraumplanung ist die Kreisschulpflege Aarau-Buchs zuständig, bauen müssen aber die Verbandsgemeinden. Die Stadt ist in ihrer Planung also von der Schulbehörde abhängig.

Ersatz innert 10 Jahren

In der stadträtlichen Stellungnahme auf eine Anfrage von Einwohnerrat Christoph Waldmeier (EVP) gibt es nun erstmals seit langem Neuigkeiten. Die Stellungnahme zeigt, wie dringend eine Lösung für das OSA-Gebäude gefunden werden muss. Seit 2014 wisse man, dass die Trag- und Erdbebensicherheit des Gebäudes nicht mehr gegeben sei und sofortiger Handlungsbedarf bestehe. «Mit Sofortmassnahmen (unter anderem einer Nutzungs- und Belegungsbegrenzung) konnte die Problematik der Tragstruktursicherheit vorübergehend gelöst werden», schreibt der Stadtrat. Aber weil die Schülerzahl stetig steigt, müsste das Gebäude uneingeschränkt benutzbar sein. Das Fazit der Abklärungen punkto Erdbeben- und Tragsicherheit: Wird das OSA innert 10 Jahren ersetzt, besteht kein Problem und kein Bedarf für zusätzliche Investitionen; wird der Ersatzneubau allerdings hinausgeschoben, «müssen unverzüglich Massnahmen ergriffen werden».

Neubau an Peripherie?

Sicher ist nun: Das Schulhaus kann nicht saniert, sondern nur komplett ersetzt werden. Wo dieser Ersatzneubau zu stehen kommt, ist aber noch unklar. An Ort und Stelle? Das wäre eine Möglichkeit. Einwohnerräte haben in der Vergangenheit aber mehrfach ihre Bedenken angemeldet, ob man wirklich an der Peripherie des neuen Kreisschul-Gebiets ein neues Schulhaus bauen solle.

Der Standort Schachen habe sich in den letzten Jahrzehnten durchaus als Oberstufenstandort bewährt, hält der Stadtrat nun fest. «Insbesondere die Nähe zu den Sportanlagen sprechen für diesen Standort.

Torfeld Süd scheidet aus

Es werden aber auch verschiedene weitere Möglichkeiten geprüft. Zum Beispiel eine neue Oberstufe auf dem Areal «Alter Schlachthof» (im Besitz der Einwohnergemeinde) im Entwicklungsgebiet Torfeld Nord oder ein Standort in der Telli. Sicher ist mittlerweile aber auch: Das Torfeld Süd scheidet als Standort für ein neues Oberstufenschulhaus aus. Diese Variante habe man «geprüft und ausgeschlossen», schreibt der Stadtrat. «Der Bau des Stadions hat durch seine Abmessungen einen grossen Fussabdruck und seine Querfinanzierung erfordert eine hohe Dichte.» Städtebaulich sei in verschiedenen Varianten geprüft worden, wie sich diese Nutzflächen, vorwiegend Wohnungen, am besten zum Stadion und «im gesamten Stadtkörper» anordnen liessen. Die Idealvariante, so der Stadtrat, seien die heute projektierten Hochhäuser. Diese seien für eine Unterbringung von Schulräumen ungeeignet, nicht zuletzt auch wegen der Freiflächen, die nicht als Schulanlage taugen.

Sollte der Ersatzneubau letztlich doch im Schachen erstellt werden, müsste der Schulbetrieb während der Bauzeit von ungefähr zwei Jahren teilweise oder ganz in ein Provisorium ausgelagert werden. Vorgesehen wäre dafür der Platz westlich der Sporthalle. «Hier wäre es möglich, rund 24 Oberstufenabteilungen, allerdings ohne aufwendige Spezialräume, zu erstellen», so der Stadtrat. Die Mietkosten eines solchen Provisoriums werden auf rund 3 bis 5 Mio. Franken geschätzt.

Die Zeit drängt

Wo auch immer das neue Schulhaus entsteht – der Stadtrat hat einen «möglichen Grobterminplan»: Er sieht einen Ablauf von Testplanung über Architekturwettbewerb, Projektierung und Realisierung des Ersatzneubaus vor, der knapp neun Jahre umfasst. Was bedeutet, dass Kreisschulpflege und Stadt in der Standortplanung vorwärts machen müssen, wenn Aarau nicht noch viel Geld ins alte OSA-Gebäude stecken will. Und was auch bedingt, dass es keinen langjährigen Baubewilligungsstreit gibt.

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