Für die GLP ist klar: die Unregelmässigkeiten bei der Honorarabrechnung des Chefarztes Angiologie am Kantonsspital Aarau müssen eingehend untersucht werden. Fraktionschefin Barbara Portmann hat bei der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates eine entsprechende Prüfung beantragt. Dies unter anderem, weil den Grünliberalen Hinweise vorliegen, dass die Verfehlungen des Arztes noch grösser sind, als bisher bekannt.

Ulrich Bürgi, FDP-Grossrat und Präsident der grossrätlichen Gesundheitskommission, reicht dies nicht. "Falls die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates eine Untersuchung beschliesst, muss das Kantonsspital Baden dabei zwingend einbezogen werden", hält Bürgi fest. Er habe GLP-Fraktionschefin Barbara Portmann und GPK-Präsident Marco Hardmeier ersucht, die geplante Untersuchung nicht nur auf das Kantonsspital Aarau zu beschränken.

"Vertrauen wieder gewinnen"

Bürgi ist selber Chefarzt Notfallmedizin am Kantonsspital Aarau, legt aber Wert darauf, dass er sich im Zusammenhang mit der Untersuchung als Bürger, Grossrat und Präsident der Gesundheitskommission äussert. "Mir ist sehr daran gelegen, dass die Honorarunregelmässigkeiten an beiden Kantonsspitälern lückenlos aufgearbeitet werden", sagt Bürgi. Die Bevölkerung und die Behörden müssten wieder uneingeschränkt Vertrauen in die beiden öffentlichen Unternehmen und ihre Kaderärzte gewinnen.

Klar ist für Bürgi auch, dass die Geschäftsprüfungskommission bei ihrer Arbeit auf Support angewiesen ist. Das kantonale Departement Gesundheit und Soziales solle aufgrund seiner vorgesetzten Stellung und der Möglichkeit, Dokumente und Berichte an beiden Kantonsspitälern einzusehen, unterstützend einbezogen werden, hält er fest.

«Wir haben Hinweise, das einiges falsch verrechnet und gedehnt wurde»

«Wir haben Hinweise, das einiges falsch verrechnet und gedehnt wurde»

4.9.2018: Die Grünliberalen fordern eine lückenlose Aufklärung der Honoraraffäre am Kantonsspital Aarau und haben zudem Hinweise auf frühere Verfehlungen. Im Interview mit Tele M1: GLP-Fraktionspräsidentin Barbara Portmann.