Oberentfelden
Der WSB-Tunnel gibt den Anstoss: Die Gemeinde will ihr Dorfzentrum neu planen

Urnenabstimmung statt Gmeind: Am 13. Juni stimmt das Volk unter anderem über einen Kredit für die Planung einer Neugestaltung des Engelplatzes. Ein Raumentwicklungsbüro soll für 118'000 Franken damit beauftragt werden. Der Gemeinderat will zudem eine Vollzeitstelle mehr in der Bauverwaltung schaffen.

Daniel Vizentini
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Am 13. Juni findet in Oberentfelden statt Gemeindeversammlung eine Urnenabstimmung statt.

Am 13. Juni findet in Oberentfelden statt Gemeindeversammlung eine Urnenabstimmung statt.

Daniel Vizentini

Der Verkehrsknoten beim Oberentfelder Engelplatz wird ab 2030 grössere Veränderungen erfahren: Um den Güterverkehr auf der ehemaligen Nationalbahnlinie ausbauen zu können, wollen die SBB die Kreuzung mit der Wynen- und Suhrentalbahn (WSB) aufheben. Ein rund 800 Meter langer Tunnel ist geplant, der die WSB unterirdisch führen wird – samt Haltestelle unter dem heutigen Engelplatz. Die geschätzten 170 Millionen Franken dafür würde der Bund zahlen.

Die Gemeinde will aber bei der Planung ihres Ortskerns zumindest mitreden respektive den Tunnelbau als Chance nutzen für eine Aufwertung des Dorfzentrums. Im neuen Kommunalen Gesamtplan Verkehr wurde letztes Jahr sogar die Möglichkeit vermerkt, auch eine der beiden Kantonsstrassen unter der Erde zu führen und eine Tiefgarage zu bauen.

In Oberentfelden kreuzen sich die Gleise der SBB mit denjenigen der WSB. Die Kreuzung zweier Bahnen auf gleicher Niveauebene ist landesweit einzigartig.

In Oberentfelden kreuzen sich die Gleise der SBB mit denjenigen der WSB. Die Kreuzung zweier Bahnen auf gleicher Niveauebene ist landesweit einzigartig.

Daniel Vizentini (13.12.2019)

Für die Planung des Dorfzentrums beantragt der Gemeinderat nun einen Verpflichtungskredit von 118'000 Franken, damit das Zürcher Raum-
Entwicklungsbüro Planar AG ein «Entwicklungskonzept Ortskern» ausarbeiten kann. Bevölkerung, Grundeigentümer und Gewerbetreibende sollen mittels Umfragen oder Werkstätten mitwirken können, und auch der Gemeinderat will die Planung mit einer Arbeitsgruppe begleiten.

Es geht dabei auch um Fragen zum Fuss-, Velo- und Autoverkehr, zur baulichen Dichte im Ortskern oder zur Gestaltung der Aussenräume. In den Unterlagen zur Urnenabstimmung vom 13. Juni schreibt der Gemeinderat:

«Wichtig ist, jetzt als Gemeinde die Ziele der künftigen Gestaltung des Ortskerns festzulegen und so die Entwicklung aktiv in die gewünschte Richtung zu lenken.»

Oberentfelden hat als einzige Gemeinde der Region entschieden, wegen Corona auf eine Gemeindeversammlung zu verzichten. Deshalb wird über die Geschäfte an der Urne entschieden.

Bauverwaltung: von 400 auf künftig 500 Stellenprozente

Nur indirekt hängt die geplante neue Vollzeitstelle in der Bauverwaltung mit diesem Grossprojekt zusammen: Wegen der in den letzten Jahren stark gestiegenen Arbeitslast will Oberentfelden den Stellenplan aufstocken. Die vor bald 30 Jahren bewilligten 400 Stellenprozente reichen laut Gemeinderat nicht aus, um die immer vielfältigeren und komplexeren Aufgaben «zufriedenstellend» zu erledigen. Die Bauverwaltung sei auch mit der Bewirtschaftung der eigenen Liegenschaften und mit Tiefbauprojekten absorbiert.

Die neue Arbeitsstelle könnte sich vor allem ums Administrative im Bereich Tiefbau kümmern, damit sich der neue Bauverwalter, der im März 2020 seine Stelle in der Gemeinde antrat, eher den grossen Projekten widmen kann. Als solche nennt die Gemeinde die Raum- und Verkehrsplanung, die Gesamtrevision der Nutzungsplanung, die Entwicklung der Areale von GE/Dreier oder des in Zukunft geschlossenen Tennis-Centers, die Umfahrung von Suhr (Projekt Veras) oder eben die Untertunnelung der WSB samt Planung des Ortskerns.

Finanzkommission: Mehr Arbeit bei gleichzeitig weniger Mitglieder

Die Finanzkommission der Einwohnergemeinde soll von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert werden, gleichzeitig aber die Aufgaben der Ortsbürger-Finanzkommission übernehmen. Diese soll nämlich an der Ortsbürgerversammlung vom 31. Mai aufgelöst werden.

60'000 Franken für den Ammann

Vor 12 Jahren hat Oberentfelden die Besoldung des Gemeinderats zuletzt angehoben. Diese soll auch in den kommenden vier Jahren gleich bleiben. Laut Abstimmungsantrag sei der Arbeitsaufwand in der Zeit nicht gestiegen, Inflation gab es praktisch keine. Der Gemeindeammann soll weiterhin 60'000 Franken im Jahr verdienen, der Vizeammann 27'500 und die
übrigen drei Gemeinderäte je 22'000 Franken. Alle fünf erhalten dazu eine Spesenpauschale von jährlich 1000 Franken.

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