Oberentfelden
Die Zukunftsraum-Gegner wollen neu in der Dorfpolitik mitmischen

Nach dem Referendumserfolg von letztem Jahr gründen sie nun – kurz vor Anmeldeschluss für die Wahlen – die IG Pro Oberentfelden. Sie wollen sich unabhängig sowie «partei- und konfessionslos» für die Gemeinde einsetzen. Kandidaturen für Kommissionen oder gar den Gemeinderat sollen diese Woche bekannt gegeben werden.

Daniel Vizentini
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Sie wollen die Gemeindepolitik mitgestalten (v.l.): Hermann Rüfenacht, Dieter Ammann, Marianne Fuchs-Holliger, Michael Wiesendanger, Simon Oeschger-Dumont, Roland Haldimann, Reto Keller, Guido Kyburz-Dönz, Franz Udo Fuchs-Holliger.

Sie wollen die Gemeindepolitik mitgestalten (v.l.): Hermann Rüfenacht, Dieter Ammann, Marianne Fuchs-Holliger, Michael Wiesendanger, Simon Oeschger-Dumont, Roland Haldimann, Reto Keller, Guido Kyburz-Dönz, Franz Udo Fuchs-Holliger.

Daniel Vizentini

Es sei ein Kampf «David gegen Goliath», sagten die Zukunftsraum-Gegner letztes Jahr vor der Referendumsabstimmung. Mit viel Einsatz hatten sie damals innert Kürze doppelt so viele Unterschriften wie nötig dafür gesammelt. Über 60 Prozent der Oberentfelder stimmte dann «Nein» zum Fusionsprojekt und kehrte das zuvor deutliche «Ja» der Gemeindeversammlung. «David hat gewonnen», sagte David Ammann, einer der Referendumsinitianten, nach der Bekanntgabe des Resultats überglücklich.

Nun greift die Gruppe zum nächsten Schachzug: Sie gründet die IG Pro Oberentfelden, so wie zuvor die Suhrer Zukunftsraum-Gegner die IG Pro Suhr gegründet haben. Mit dem Schwung aus der gewonnenen Referendumsabstimmung wollen sie sich weiter politisch im Dorf engagieren und, wie sie in einer Mitteilung schreiben, «partei- und konfessionsneutral» sowie «ungebunden» die Bedürfnisse der Bevölkerung einbringen.

In Oberentfelden stünden wichtige Projekte an wie die Gestaltung des Dorfkerns samt WSB-Tunnel, die Überbauung beim heutigen Tenniscenter oder der Ausbau der Schulgebäude.

«Wir wollen Verantwortung übernehmen für eine eigenständige und unabhängige Gemeinde.»

Kandidiert jemand aus der IG auch für den Gemeinderat?

So wie die IG Pro Suhr Kandidaten für die Gemeindewahlen im Herbst stellt, will auch die IG Pro Oberentfelden bei den Wahlen mitmischen. Entschieden wird dies laut IG-Präsident Franz Udo Fuchs aber erst an einer Sitzung am Donnerstagabend. Diesen Freitag um 12 Uhr ist der Anmeldeschluss für die Wahlen.

Es werden sicher Kandidaten für die verschiedenen Kommissionen der Gemeinde vorgeschlagen. Gut möglich, dass die IG auch eine Person ins Rennen um einen Gemeinderatssitz schickt. Als die Oberentfelder Bevölkerung, entgegen der Empfehlung des Gemeinderats, derart wuchtig gegen den Zukunftsraum gestimmt hatte, sagte Franz Udo Fuchs, die Gemeinderäte müssten sich Gedanken machen, «ob sie noch am richtigen Ort» seien.

Er bemängelt nun die laut ihm starre, eingefahrene Parteilandschaft in Oberentfelden, die die Sitze im Gemeinderat unter sich ausmachen würden. Mit nur fünf Kandidaturen für fünf Sitze habe das Volk keine echte Wahl. Nicht das Wohl der Gemeinde, sondern «das Ego und die eigenen Interessen» stünden im Vordergrund: Es gehe «um ein Ämtli» und um die Entlöhnung.

IG mit vielen Parteilosen, aber auch mit Exponenten von SVP und EDU

Von den ehemaligen Referendumsinitianten ist einzig Lehrerin Brigitte Siegenthaler-Kyburz nicht dabei, die seit kurzem mit der von ihr gegründeten IG Schulraum Entfelden für den Ausbau der Schule kämpft.

Im Vorstand der IG Pro Oberentfelden sind nebst Franz Udo Fuchs (Präsident Verein Freunde der SVP und alt Grossrat) und seiner Ehefrau Marianne Fuchs-Holliger auch Roland Haldimann (Präsident EDU Aargau), Guido Kyburz-Dönz (ehemaliger Präsident der SVP Oberentfelden), Reto Keller (Arzt in der Praxis Aarau West), Dieter Ammann, Michael Wiesendanger, Simon Oeschger-Dumont und Hermann Rüfenacht. Die IG sucht weitere Mitglieder, eine Website wurde Montagmittag aufgeschaltet, Flugblätter werden demnächst verteilt.

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