Oberentfelden
Der Entenkreisel soll entfernt werden, dafür kommt ein Velotunnel

Mit dem Bau der Ost- und Südumfahrung von Suhr sind auch für Oberentfelden Änderungen geplant. Darunter bessere Veloverbindungen: Sie sind Teile der flankierenden Massnahmen des Projekts Veras und des Agglomerationsprogramms des Bundes.

Daniel Vizentini
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Hier unter der Suhrentalstrasse in Oberentfelden, kurz vor dem Entenkreisel, könnte künftig eine Velounterführung gebaut werden.

Hier unter der Suhrentalstrasse in Oberentfelden, kurz vor dem Entenkreisel, könnte künftig eine Velounterführung gebaut werden.

Daniel Vizentini

Die Ost- und Südumfahrung von Suhr – das Projekt Veras – verspricht in erster Linie eine Verbesserung für den Autoverkehr. Im voraussichtlich über 200 Millionen Franken teuren Strassenbauprojekt sind aber auch einige flankierende Massnahmen für den Langsamverkehr geplant.

Unter anderem ist vorgesehen, Geld in neue Velowege zu investieren. Bemerkenswert ist zum Beispiel das Vorhaben, unter der Suhrentalstrasse beim Oberentfelder Industriegebiet Ausserfeld einen rund 40 Meter langen und sechs Meter breiten Tunnel für Velofahrer und Fussgänger zu bauen. Die Kosten werden auf zwischen 3,36 und 7,84 Millionen Franken geschätzt (5,6 Mio. +/- 40%, exkl. Mwst.).

Diese Massnahme wird im Agglomerationsprogramm «AareLand 4. Generation» erwähnt, nebst anderen Projekten wie der neue Zurlindensteg für zehn Millionen Franken über die Aare in Aarau.

Von Osten her mündet die neue Südumfahrung in die bereits bestehende Suhrentalstrasse in Oberentfelden. Velos und Fussgänger würden unter die Strasse geführt, der Weg im Industriegebiet zwischen Brockenhaus und der Firma Rekag bis zum Aldi würde neu erstellt.

Von Osten her mündet die neue Südumfahrung in die bereits bestehende Suhrentalstrasse in Oberentfelden. Velos und Fussgänger würden unter die Strasse geführt, der Weg im Industriegebiet zwischen Brockenhaus und der Firma Rekag bis zum Aldi würde neu erstellt.

Agglomerations-programm AareLand/zvg

Die neue Südumfahrung würde von Suhr her in die Suhrentalstrasse in Oberentfelden einmünden. Parallel dazu soll auf den letzten Metern auch ein neuer Velo- und Gehweg gebaut werden samt Unterführung. Westlich der Suhrentalstrasse würde der rund drei Meter breite Weg bis zum Aldi weitergeführt, voraussichtlich auf der heutigen Grünfläche zwischen Brockishop Aarau-West/Gyger Transportmöbel und der Firma Rekag.

Der Velotunnel würde nach Plan ungefähr hier bei der Firma Rekag durchführen.

Der Velotunnel würde nach Plan ungefähr hier bei der Firma Rekag durchführen.

Daniel Vizentini

Für die Umsetzung des neuen Velo- und Gehwegs samt Tunnel müssten gemäss Vorstudie 1800 m2 Land gekauft werden. Die Federführung des Projekts liegt beim Kanton, die Projektierung soll Ende Jahr beginnen. Gebaut würde frühestens in den Jahren 2026 bis 2027.

Die genaue Lage und Linienführung werde noch «in weiteren Variantenstudien konkretisiert, um den grössten Nutzen für den Fuss- und Veloverkehr zu ermöglichen», steht in den Massnahmenblättern. Die Suhrentalstrasse gilt als «das grösste Hindernis» auf der kantonalen Veloroute zwischen Muhen und Suhr.

Laut dem stellvertretenden Kantonsingenieur Matthias Adelsbach will man mit der Gemeinde genau abklären, wo und in welcher Form der Velotunnel am sinnvollsten wäre für eine attraktive Weiterführung der Route in Richtung Gemeindezentrum.

Der Kreisel kommt weg, für Velos wurde es zu gefährlich

Eine besonders auffallende Änderung wird die geplante Aufhebung des mit zwei rot-weissen Enten geschmückten Kreisels sein: Mit dem Bau der Südumfahrung wird ein Teil der Weltimattstrasse abgebrochen und der heutige Entenkreisel an der Suhrentalstrasse rückgebaut. «Eine Infrastruktur für Velofahrende steht somit nicht mehr zur Verfügung. Eine niveaugleiche Führung weist aufgrund des grossen Verkehrsvolumens erhebliche Sicherheitsdefizite auf und wurde verworfen», steht in den Massnahmenblättern.

Der markante Entenkreisel würde mit dem Bau der Umfahrung aufgehoben.

Der markante Entenkreisel würde mit dem Bau der Umfahrung aufgehoben.

Daniel Vizentini

Beim Projekt Veras ist das Submissionsverfahren aktuell auf der Zielgeraden: Der Kanton hofft, die letzten beiden Projektierungsaufträge – das Los 2 für die Suhrer Ostumfahrung und das Los 3 für den Abschnitt Weltimattstrasse der Südumfahrung in Richtung Oberentfelden – bis vor den Sommerferien zu vergeben. Die Veloroute ist ein separater Nebenschauplatz davon. Weitere Teilprojekte betreffend flankierenden Massnahmen oder Umweltausgleich werden später vergeben.

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