Oberentfelden
Beim Bahnhof entsteht doch kein «Gleis 1» mit Ladenflächen wie in Suhr

Die geplante Neuüberbauung an der Güterstrasse, gleich beim Bahnhof Oberentfelden, war vom vor wenigen Jahren errichteten Geschäftsgebäude beim Bahnhof Suhr inspiriert worden. Doch: Die aktuelle Nutzungsordnung erlaubt keine Läden an der Stelle.

Daniel Vizentini
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An der Güterstrasse unmittelbar beim Bahnhof Oberentfelden soll ein grosser Neubau mit Kleinwohnungen erstellt werden. Ladenflächen wird es trotz Lage gleich beim Bahnhof nicht geben.

An der Güterstrasse unmittelbar beim Bahnhof Oberentfelden soll ein grosser Neubau mit Kleinwohnungen erstellt werden. Ladenflächen wird es trotz Lage gleich beim Bahnhof nicht geben.

AZ-Archiv

Gleich beim Bahnhofsgebäude an der Güterstrasse in Oberentfelden steht seit geraumer Zeit eine grosse, leere Fläche, die als Parkplatz benützt wird. Vor einem Jahr lag ein Baugesuch für eine Überbauung an der Stelle auf: Ein 56 Meter langes, zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit dem Namen «Am Zug» sollte entstehen, inspiriert am 2018 erstellten Neubau «Gleis 1» beim Suhrer Bahnhof. 87 Wohnungen und zehn Läden gibt es heute dort, darunter etwa eine Pizzeria, ein kleines Restaurant für italienische Spezialitäten oder einen Lebensmittelladen.

In Suhr sieht das Gebäude so aus.

In Suhr sieht das Gebäude so aus.

Ueli Wild / AZ-Archiv

In Oberentfelden wäre der kleine Bruder davon geplant gewesen: 24 Kleinwohnungen mit ein bis zwei Zimmern in den Obergeschossen, unten eine Tiefgarage, auch um die heutigen Parkflächen weiter anbieten zu können. Zum «urbanen Wohnkonzept», wie es im Baugesuch hiess, gehörten aber vor allem die Ladenflächen im Erdgeschoss. Die Lage gleich beim Bahnhof und in Gehdistanz zu den Arbeitsplätzen im Oberentfelder Industriegebiet wäre für Geschäfte prädestiniert.

Nun kommt es aber anders: Obwohl keine Einwendungen zum damaligen Baugesuch eingingen, wie die Gemeinde auf Anfrage bestätigt, hat die Bauherrin Reliag AG das Gesuch ein Jahr später neu aufgelegt. Nun sind die Ladenflächen weg, an deren Stelle kommen Velo- und Besucherparkplätze oder Aufenthaltsräume für die Bewohnenden, mit Indoor-Bocciabahn und Pingpongtisch. Der zuvor auf dem Dach geplante Spielplatz weicht dafür einer Photovoltaikanlage.

Änderung der BNO dürfte noch zwei Jahre dauern

Schuld daran, dass keine Läden entstehen, ist die heutige Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Gemeinde, die die von der Bauherrin zuerst erhoffte Erdgeschossnutzung nicht erlaubt. Die Revision der BNO ist in Arbeit, laut Gemeindeschreiber Dario Steinmann könnte es noch zwei weitere Jahre dauern. «Eine allenfalls spätere Nutzung des Erdgeschosses mit Verkaufsflächen müsste in einem späteren Baugesuch geprüft werden», sagt er.

Für die Bauherrin dauert dies wohl zu lange: «Es ist tatsächlich so, dass wir mit der heutigen BNO das Erdgeschoss nicht nutzen dürfen und deshalb Abstriche machen mussten», bestätigt Reliag-Geschäftsführer Pascal Knecht. «Wir sind mit der getätigten Anpassung jetzt aber guter Hoffnung, dass dieses Projekt an dieser prominenten Lage vorangetrieben werden kann.»

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