Die Mitglieder der 1824er Schützengilde der Schützengesellschaft Aarau trafen sich am Samstag um 11 Uhr zur traditionellen Tafelrunde vor dem «Nuss-Nuss». Unterdessen fanden sich, wie üblich, zahlreiche Kinder am Holzmarkt ein. Punkt 13.30 Uhr rief die erwartungsfrohe Schar, zuerst etwas zaghaft, dann aber, sekundiert von Gildenobmann Urs Hodel, immer lauter: «Nuss, Nuss, Nuss – dr Schilling obe druff!»

Unentwegt riefen die Kinder voller Begeisterung den historischen Zweizeiler und ebenso unentwegt warfen die Mitglieder der 1824er Schützengilde von der Terrasse des Restaurants Graben die Bescherung auf den Platz hinunter: Emsig sammelten die Kinder – zum Teil behelmt, zum Schutz vor den in die Menge geworfenen Nüssen – alles ein und richteten die Blicke wieder gegen den Balkon.

War das ein Gedränge und Geschubse auf dem Holzmarkt! Einige hatten Plastiksäcke mitgebracht, andere steckten die Sachen in ihre Hosen- und Jackentaschen. Nach rund 20 Minuten waren alle Gaben verteilt. Urs Hodel, munterte die anwesenden Kinder auf, nächstes Jahr wieder zu kommen.

Die 1824er Schützengilde pflegt diesen alten Brauch seit dem Jahre 1900 wieder, nachdem er für fast 100 Jahre eingeschlafen war. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert. Noch früher, im Mittelalter, am Tag des Ausschiessets, besammelten sich die Schützen jeweils vor dem Wettkampf zur Morgensuppe. Von Zeit zu Zeit wurde eine Handvoll Nüsse oder Schillinge unter die vor dem Gasthof wartende und schreiende Kinderschar geworfen. (az)

So schön war der Rüeblimärt in Aarau: