Kurz nach Ladeneröffnung waren am Freitagmorgen im «Press&Books» alle «Charlie Hebdo»-Hefte restlos ausverkauft. Kein Wunder – der Laden im Aarauer Bahnhof erhielt mit der morgendlichen Lieferung gerade einmal zwei Exemplare des Satire-Magazins, die sofort an die beiden obersten Kunden auf der langen Reservationsliste verkauft wurden. Auch im Coop in der Telli lagen die zwei Ausgaben nicht lange im Regal.

Im Kiosk am Bahnhofplatz steht man derweil mit leeren Händen da. Kein einziges Exemplar wurde in den frühen Morgenstunden geliefert. Im Minutentakt erkunden sich Menschen nach dem Heft und müssen ohne das Satire-Magazin wieder abziehen. «Ich bin konsterniert», sagt ein enttäuschter Kunde, «ich weiss nicht, wo ich es jetzt noch kriegen soll.»

Riesen-Run auf «Charlie Hebdo» in der Schweiz

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In Aarau könnte es schwierig werden, an ein Heft zu gelangen, an jedem Kiosk entschuldigen sich die Besitzer und zucken ratlos mit den Schultern. Als letzte Hoffnung bleibt nach dem Abklappern sämtlicher Geschäfte der Kiosk im Coop in der Igelweid. Gemäss der gestrigen az sollen dort weitere «Charlie Hebdo»-Magazine zu ergattern sein. Und tatsächlich: Punkt acht Uhr verlässt das erste «Charlie Hebdo»-Heft die Ladentheke – strahlend nimmt die Kundin ihre wertvolle Beute entgegen. Sie habe bereits eines am Dienstag beim Bahnhof-Kiosk reserviert und erst gestern glücklicherweise zusätzlich noch beim Coop, sagt sie und fügt an: «Am liebsten hätte ich gleich fünf Stück gekauft.»

Uschi Piff vom Kiosk im Coop City muss sie jedoch enttäuschen: Sie habe nur noch drei weitere Hefte im Sortiment und diese seien bereits alle reserviert. Damit ist sie immerhin die Kioskverkäuferin, die gestern mit 20.40 Franken den grössten «Charlie Hebdo»-Umsatz verbuchen konnte.

Run auf Charlie Hebdo

Run auf Charlie Hebdo