Aarau Rohr
Nur noch Glas und Dosen – Rohr entsorgt seine Multisammelstelle

Wer künftig Altmetall oder Bauschutt entsorgen will, kann dies nicht mehr in Rohr tun. Ab 14. Mai ist die Multisammelstelle geschlossen. Die Entsorgungsbehälter für Glas und Dosen aber bleiben. Alles andere muss zum Werkhof Aarau gebracht werden.

Bastian Heiniger
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Martin Zuberbühler stört es nicht, dass er Altmetall künftig im Werkhof entsorgen muss. Hauptsache die Glassammelstelle bleibt.

Martin Zuberbühler stört es nicht, dass er Altmetall künftig im Werkhof entsorgen muss. Hauptsache die Glassammelstelle bleibt.

Bastian Heiniger

Das gefällt nicht allen im Stadtteil. «Bei der Fusion versprachen die Gemeinderäte, es bleibe alles gleich. Doch jetzt wird nach und nach abgebaut», sagt ein alteingesessener Rohrer, während er seine Flaschen einwirft.

Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Einwohnerrat Thomas Richner (SVP) findet die Schliessung schade: «Die Kosten wären ja nicht hoch gewesen, wenn die Multisammelstelle geblieben wäre.» Auf Barrikade wolle er jedoch nicht gehen, doch aus Sicht der Rohrer bedaure auch er, dass schleichend Dienstleistungen abgebaut würden.

In Rohr wurde wild entsorgt

Bei der Stadt spricht man nicht von Abbau, sondern von Vereinheitlichung. Die Stadt will die Entsorgung in allen Quartieren gleich regeln. Daher wird sie die Multisammelstelle schliessen und die bestehende Glas- und Dosensammelstelle bis Ende Juni umbauen: Die Behälter werden in den Boden eingelassen, wodurch das Altglas künftig weniger Lärm verursacht.

Ausserdem sei Rohr der einzige Stadtteil, der derweil noch eine Multisammelstelle besitze, sagt die Pressesprecherin. Dort sei auch häufig falsch entsorgt worden. Gewisse Leute hätten ihre Kehrichtsäcke hingestellt. Wildes Entsorgen wird im Werkhof nicht mehr möglich sein. Denn dieser wird betreut.

Stadträtin Franziska Graf (SP) versteht den Entscheid der Stadt. Graf verweist darauf, dass die Mehrheit ohnehin sparen will: «Und hier kann man sparen, ohne dass es einen Qualitätsverlust gibt.» Zudem hätten einzig die Bewohner in der Telli näher zum Werkhof.

Graf setzt sich auch dafür ein, dass Rohrer nun Aarauer sind. Die Fusion habe viele Vorteile gebracht, sagt sie. Beispielsweise werde das Altmetall jährlich zwei Mal direkt vor der Haustür abgeholt. «Das hatten wir vorher nicht.»

Gelassen nimmt es auch Martin Zuberbühler. Seit Rohr zu Aarau gehört, ist für ihn klar, dass gewisse Dienste ausgelagert werden. Und wenn er etwas entsorge, nehme er so oder so das Auto. Da spiele es auch keine Rolle, ob er zur Sammelstelle in Rohr oder zum Werkhof fahre.