az-Leserwandern

Nur Guignard machte sich nicht auf die Socken

Der Stadtammann begrüsste die az-Leserwanderer zur ersten Etappe, musste dann aber an die Stadtratssitzung. Die Wanderung von Aarau nach Lenzburg genossen die gut 200 Wanderer und Wanderinnen aber trotzdem in vollen Zügen.

Der Aarauer Stadtammann Marcel Guignard war heilfroh, dass er die Wanderer aus dem Rüebliland nicht vor dem Rathaus, sondern auf dem Schlossplatz begrüssen konnte. Hier findet Kultur statt, vor dem Rathaus hingegen sei eine Baustelle. Dies wegen der Altstadt-Neugestaltung. «Wie beim Zahnarzt», zog Guignard den höchst unangenehmen Vergleich. «Vor dem Maienzug machte man eine provisorische Füllung (Teerbelag), danach nimmt man diese wieder raus.»

Urs Hofmann beim Wandern mit der az

Landammann Urs Hofmann

Unter den Wanderern weilte auch Landammann und Aarauer Ur-Einwohner Urs Hofmann. «Aarau hat historisch gesehen bewegte Jahrhunderte hinter sich. Die Besetzung der Berner etwa war schicksalsträchtig.» Doch ist diese Zeit längst vorbei und der Landammann freute sich, auf Schusters Rappen den Aargau zu erkunden. Der Kanton sei nicht nur überbaut, wie böse Zungen behaupten, sondern habe auch schöne landschaftliche Ecken. Die Wanderung genoss er in vollen Zügen, stressfrei und ohne regierungsrätliche Sitzungstermine. «Die Aargauer Regierung ist organisiert.»

Sitzung schon am Morgen

Apropos Sitzung. Eigentlich hätte Stadtammann Marcel Guignard an einer Sitzung sein sollen, statt die Wanderer auf dem Schlossplatz zu begrüssen: Ausnahmsweise tagte der siebenköpfige Stadtrat nicht am Montagnachmittag, sondern schon am Morgen, weil einige Mitglieder wenige Stunden später in die Ferien verreisten. «Die Wanderanfrage kam aber zuerst», erklärte Guignard sein anfängliches Fernbleiben vom wöchentlichen Treffen der Exekutive Nichtsdestrotz erschien er mit weisen Socken mit Aargauer Wappen – er trug diese nicht an den Füssen, sondern hielt sie fein säuberlich verpackt in den Händen. Quasi als Trostpflästerchen, dass er auf die Wanderung verzichten und ins Rathaus zurückeilen musste.

az-Wanderer freut sich auf die Wanderung

az-Wanderer freut sich aus Bevorstehende

Es ist ja standortmarketingmässig schön, dass das Auto des Aarauer Stadtweibels Toni Aeschbach angeschrieben ist. Warum aber hat es ein Solothurner Kennzeichen? Weil Aeschbach im Nachbarkanton wohnt und es sein Wagen ist. Im Aarauer Rathaus finde man das auch suboptimal und werde Abhilfe schaffen, sagte Aeschbach, der mithalf, die Wandergruppe mit Kaffee, frischen Brötchen und Schoggi-stengeli zu verköstigen.

Schönste Bibliothe Mitteleuropas

Aarau habe die schönste Bibliothek Mitteleuropas, scherzte Reinhard Mundwiler. Er war einer der Stadtführer, der die Gäste auf eine kurze Führung mitnahm. «Dafür hatte Aarau in der Vergangenheit einen schlechten Ruf. «Ein Revoluzzernest.»

az-Chefredaktor Christian Dorer nach der ersten Wanderung

az-Chefredaktor Christian Dorer zur ersten Etappe

Ob deshalb der Lenzburger Einwohnerratspräsident, Michael Häusermann, nach Aarau kam? Seine Mission: die Wanderer heil und ganz nach Lenzburg zu bringen. Und weil es alle 205 Wanderer geschafft hatten, liess Häusermann am Ziel – wie er es zum Schluss einer Einwohnerratssitzung auch zu tun pflegt – ein Zitat fallen. Dieses Mal von Michail Gorbatschow: «Nur wer leistet, kann sich etwas leisten.»

AZ-Leser wandern von Aarau nach Lenzburg

TeleM1 war mit den AZ-Leser wandern

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