An der Versammlung am 20. März hatten sich offenbar vor allem die Kritiker der Gestaltungspläne für die Tellistrasse und die Neumattstrasse Wort gemeldet. Mittlerweile hat das öffentliche Mitwirkungs- und Auflageverfahren stattgefunden. Die Einwendungen, eine davon eine Sammeleinsprache, sind an einer Hand abzuzählen.

Vor allem das Gewerbe in der Neumattstrasse wehrt sich gegen die Pläne der Stadt, gemäss denen eine Bautiefe für eine Baumallee gesichert werden sollte. «Es ist nachvollziehbar, dass diese Pläne beim Gewerbe Fragen und Ärger ausgelöst haben», sagt der Verkehrsplaner der Stadt, Daniel Rudin. Die Aufwertung der Neumattstrasse hätte, so Rudin, auch nicht von heute auf morgen vollzogen werden sollen.

Im Gegenteil, die Stadt habe, angesichts des Entwicklungspotenzials der Neumattstrasse, den Platzbedarf für aufwertende Massnahmen in der Zukunft sichern wollen. Daniel Rudin gibt auch zu bedenken, dass die Planung der Neumattstrasse weniger weit gediehen ist als jene der Tellistrasse, wo bereits ein Vorprojekt besteht.

Eine grosszügige Neugestaltung der Neumattstrasse entspricht aber der städtischen Zielsetzung, das ganze Gebiet Telli für Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten aufzuwerten. Der Erschliessungsplan würde die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. «Das Konzept wird nun auf Verbesserungspotenzial überprüft», sagt Rudin. Der Stadtrat hat sich mit dem Thema allerdings noch nicht weiter befasst.

Tellistrasse nicht umstritten

Die Tellistrasse ist weniger umstritten. Deren Aufwertung geht auf ein altes Versprechen zurück, das den Tellianern bereits 1991 gegeben worden war. In der Botschaft zur Volksabstimmung über die Ostumfahrung Sauerländertunnel und das kantonale Projekt für den neuen Staffeleggzubringer war nämlich versprochen worden, dass die Tellistrasse zu einer Quartiersammelstrasse abklassiert und umgestaltet würde.

Im Dezember 2010 wurde die Staffeleggstrasse eröffnet. Im selben Jahr wurde das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Tellistrasse vorgestellt.

Die stark befahrene Tellistrasse soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Seit der Eröffnung der Staffelegg-Umfahrung hat sich die Belastung von 18 000 auf 15 000 Fahrzeuge reduziert. 15 000 soll denn auch die Obergrenze sein.

Die Einwendungen sollten möglichst zügig behandelt werden, sagt Rudin, damit bald Rechtssicherheit erlangt werden kann. Der Verkehrsplaner stellt sich vor, dass im besten Fall noch dieses Jahr das Projekt spruchreif ist. Vorbehältlich der Kreditgenehmigung durch den Einwohnerrat könnte das Projekt ab 2015 in Etappen realisiert werden. Die Stadt würde vom Agglomerationsprogramm des Bundes profitieren.

Und dann könnten die Tellianer endlich aufatmen: Der Strassenraum würde aufgewertet, der Verkehr verträglicher, die Querbarkeit für Fussgänger erleichtert und die Sicherheit erhöht.