Aarau
Nochmals grösser und besser: Der Maienzug-Vorabend steht an

Zum Maienzug-Vorabend werden rund 30 000 Besucher erwartet. Er ist nochmals grösser und besser.

Urs Helbling
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Etwas Gedränge gehört zum Maienzug-Vorabend.

Etwas Gedränge gehört zum Maienzug-Vorabend.

AZ-Archiv/Chris Iseli

Mehr Bands, ein besseres Musikkonzept, eine erweiterte Fläche. In der Aarauer Altstadt geht es das ganze Jahr nie so hoch zu und her wie heute am Maienzug-Vorabend. Und es wird heiss – nicht nur wegen der vielen Leute. Um 22 Uhr wird es laut den Meteorologen noch 25 Grad warm sein – Regen ist keiner in Sicht. Die Voraussetzungen, dass das Fest traumhaft wird, sind also optimal.

Marco Salvini (34) ist – als Privatperson und nicht als städtischer Angestellter – seit letztem Herbst Präsident des Vereins Maienzugvorabend, des Veranstalters des Grossanlasses. Der Verein hat sechs Mitglieder. Sie stemmen den Anlass mit einem Budget im mittleren fünfstelligen Bereich. Vor zwei Jahren ist der Vorabend völlig neu strukturiert worden. Nur noch DJs in der Altstadt, Livemusik vor allem am Graben. Aus Sicherheitsgründen und um den Besuchern allzu grosses Gedränge zu ersparen, wurde die Veranstaltung teilweise aus den engen Gassen heraus verlegt.

Vordere Vorstadt wieder dabei

Was ist dieses Jahr neu? «Wir haben das Musikkonzept optimiert», erklärt Salvini. «Wir haben versucht, die Gassenstruktur zu stärken. Jede Gasse erhält ihren eigenen Charakter. Das Musikangebot hat an Breite gewonnen.» So findet in der Unteren Rathausgasse beim «Platzhirsch» die «ultimative Dance Party» statt. In der Pelzgasse gibts «Oldies und 80er-Jahre», im Adelbändli «Asi se baila el tango» – immer mit DJs. Geblieben ist das Jodlerkonzert in der Stadtkirche.

Und sonst? «Wir haben deutlich mehr Bands als letztes Jahr», verrät Salvini. Aufgewertet wurde etwa die Markthalle, die zu einem «House of Blues» wird – Träger sind die «Affenkasten Tequila Front» und die «Adler 86», zwei Fan-Gruppierungen des FC Aarau. Am Graben hat es drei Live-Bühnen. Gross eingestiegen ist das Restaurant «La Caverna». Und dann ist an der Vorderen Vorstadt wieder etwas los. Letzes Jahr herrschte dort tote Hose, früher sorgte das Fassrollen für Spektakel. Neu veranstalten das «Beluga» und die «Lucky Monkey»-Boutique/Café eine «Rockabilly meets Rock»-Party.

Marco Salvini, Verein Maienzugvorabend

Marco Salvini, Verein Maienzugvorabend

AZ

Am Vorabend beteiligen sich rund 50 Gastronomen und Besitzer von Lebensmittelgeschäften. Beim Fischlibrunnen sind zudem die Jodler und die SVP. Letztere verkauft unter dem Slogan «Wir haben den besten Burger der Stadt» den «Rathaus-Burger» in Anlehnung an ihren Stadtrats-Kandidaten. Die SVP macht schon seit Jahrzehnten, seit der Zeit des legendären «Aff», am Vorabend mit.

Bis 22 Uhr weniger laut

Vielen Besuchern dürfte passen, dass die Veranstalter dieses Jahr ein neues Akustikkonzept haben. Bisher galten einzig die gesetzlichen Beschränkungen. Neu sind die DJs und die Bands gehalten, bis 22 Uhr die Lautstärke etwas zu drosseln. «Damit Gespräche besser möglich sind und die Besucher beim Essen weniger gestört werden», sagt Salvini. «Nach 22 Uhr ist dann Party.» Bis 1.30 Uhr gibts Musik, bis 2 Uhr wird gewirtet. Anschliessend ist ausgetrunken: Wer als Wirt nach 2 Uhr noch etwas verkauft, wird nächstes Jahr ausgeschlossen.
Der Verein Maienzugvorabend will mit der Veranstaltung keinen Gewinn machen. «Wir verlangen von den Wirten nur so viele Gebühren, damit wir unsere Auslagen decken können.» Etwa für die Reinigung, das Aufstellen von WCs, die Versicherung, das Abdecken der Wasserrinnen.

Und die Sicherheitsmassnahmen? Die sind gleich wie letztes Jahr. Damals gab es keinerlei ernsthafte Zwischenfälle – was angesichts der rund 30 000 Besucher sehr bemerkenswert ist. «Wir vom Vorstand wünschen uns, dass es auch heute wieder ein gelungenes und unfallfreies Fest gibt, welches alle Bevölkerungsgruppen anspricht», erklärt Marco Salvini.