Mit bunten Luftballons, Piratenschatzsuche, Glücksrad und Popcorn aus Tüten, wie man sie vom Kino kennt, feiert Franz Carl Weber heute Eröffnung. Das traditionelle Spielwarengeschäft hat sich in der Buchhandlung Meissner an der Bahnhofstrasse auf 280 Quadratmetern eingemietet. Für «FCW» ist die Eröffnung der 20. Filiale eine Wiederkehr in die Kantonshauptstadt: Zwischen 1963 und 1999 verkaufte man in Aarau schon Spielwaren.

Das Angebot erstreckt sich über Spielpuppen, Teddybären, Bastelartikel, Gesellschaftsspiele bis zu Legos oder Playmobils. Nebst dem fixen Sortiment biete Franz Carl Weber auch saisonale Spielsachen an, etwa passend zum bevorstehenden Halloween.

Ein wahres Kinderparadies also – wie aber gehen andere Spielwarengeschäfte und -Abteilungen grösserer Läden mit der Tatsache um, dass nun ein Konkurrent mehr auf dem Platz Aarau vertreten ist? Flavio Köpfli von der Spielstatt an der Vorderen Vorstadt fühlt sich vom «FCW» nicht bedroht: «Unser Geschäft verkauft vorwiegend Brett- und Kartenspiele für Kinder und Erwachsene. Alleine dadurch unterscheiden wir uns vom neuen Spielwarenladen.»

Seit 17 Jahren führt Köpfli zusammen mit seinem Bruder die Spielstatt. Der Erfolg liege in der Geschäftspolitik, findet er: «Wir sind ein Fachgeschäft mit guter Beratung. Das wissen unsere Kunden, deshalb kommen sie immer wieder zu uns.» Doch besuchen diese die Spielstatt auch regelmässig, weil sie immer wieder neue Sammelkarten- und Figuren kaufen oder an Spielturnieren teilnehmen können.

Pragmatisch äussert sich Manor über die neue Franz-Carl-Weber-Filiale an der Bahnhofstrasse, die nur wenige Meter von Warenhaus entfernt liegt. In einer kurzen Mail schreibt Manor: «Als Warenhaus und Multispezialist werden wir von unseren Kunden auch für unser Spielwaren-Rayon geschätzt.» Wie in allen Häusern erfülle Manor in Aarau im Bereich Spielwaren die Rolle des kompetenten Anbieters und biete ein Einkaufserlebnis.

Thalia mit anderem Angebot

Die Buchhandlung Wirz Thalia in der Hinteren Vorstadt verkauft ebenfalls Spielsachen Wie sich der neue «FCW» auf das Geschäft auswirke, werde sich zeigen, sagt Thalia-Filialleiter Christoph Müller. «Ich hoffe, wir kommen aneinander vorbei. Wenn nicht, müssen wir unser Sortiment anpassen.»

Doch konzentriere sich die Buchhandlung bereits heute auf den Buchverkauf. «Dank unserer guten Lage läuft unser Geschäft. Viele Erwachsene, Jugendliche und Familien mit Kindern kommen zu uns. Die Kombination Bücherverkauf, Spielecke und Café bewährt sich.»

Holzwurm kämpft weiter

Bleibt noch der Holzwurm an der Laurenzentorgasse. Geschäftsinhaberin Gertrud Käppeli hatte alles andere als Freude, als sie vom neuen Franz Carl Weber hörte. «Der Spielwarenladen öffnet kurz vor Weihnachten und stiehlt das Geschäft. Bestimmt gehen da Kunden verloren.» Sie hofft, dass Holzwurm und «FCW» aneinander vorbeikommen: «Ich habe mehr traditionelle Holzspielwaren und Babyspielsachen, Franz Carl Weber ist führend in Play-Mobils oder elektronischen Sachen», sagt Gertrud Käppeli.

Den Holzwurm gibts seit 1992. Ursprünglich war er an der Bahnhofstrasse beheimatet. 2005 kaufte Gertrud Käppeli das Geschäft und zügelte damit an die Laurenzentorgasse. Wo sie auch bleiben möchte: «Ich kämpfe weiter.»