Aarau
Noch kein LED-Licht in der Milchgasse: Alte Laternen bleiben vorerst hängen

Zwar sind die Anwohner der Milchgasse mit ihrem Protest bei der Stadt abgeblitzt. Die neue LED-Beleuchtung wird trotzdem noch nicht montiert – man hofft auf technischen Fortschritt.

Sabine Kuster
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Die Beleuchtung in der Milchgasse bleibt vorerst romantisch.az Archiv/ Pascal Meier

Die Beleuchtung in der Milchgasse bleibt vorerst romantisch.az Archiv/ Pascal Meier

Pascal Meier

Es braucht nicht viel Fantasie, damit man sich abends in der Milchgasse im Mittelalter wähnt. Die alten Mauern, das Kopfsteinpflaster, die Laternen: Die kleine Gasse, welche in einem Knick von der Rathausgasse zum Kirchplatz führt, hat sich über die Jahrhunderte wenig verändert. Das Ambiente schätzen die Anwohner und hängen an ihren malerischen Laternen.

Das Stadtbauamt hatte jedoch beschlossen, die Milchgasse wie die übrigen Altstadtgassen mit energiesparender LED-Beleuchtung auszurüsten. Mit den alten Laternen geht dies nicht; die Beleuchtung wäre ungenügend. Die LED-Lampen würden an Querseilen aufgehängt, die über die Gasse gespannt sind. Doch die alten Seile, an denen bisher die Weihnachtsbeleuchtung hing, waren marode und mussten ersetzt werden. Für neue Seilabspannungen hätte die IBAarau die Bewilligung der Liegenschaftsbesitzer gebraucht. Viele von ihnen sind aber nicht mit dem Vorhaben der Stadt einverstanden. Sie verweigerten die Zustimmung, womit auch die Weihnachtssterne im letzten Dezember nicht aufgehängt werden konnten. Zudem sammelten die Anwohner 70 Unterschriften und baten den Stadtrat, die Laternen beizubehalten.

Wie sich zeigt, hatten sie damit vorerst Erfolg: Der Stadtrat hält nach einer Rücksprache mit der Stadtbildkommission zwar immer noch an seinem Entscheid fest, die Laternen zu ersetzen. Die Anwohner konnten auch den neuen Stadtbaumeister Jan Hlavica in einem langen Gespräch Ende Jahr nicht überzeugen. Und doch bleibt es bis auf weiteres beim Alten. «Es gibt momentan zu wenig dringende Gründe, um gegen den Widerstand der Anwohner die Beleuchtung zu ändern», sagt Hlavica. «Die Umrüstung ist aber später unumgänglich.» Man wolle nun die Entwicklung der Technik abwarten. Bestimmt sei es bald möglich, die Milchgasse auch mit LED-Technik in ein malerisches Licht zu tauchen. Dasselbe gilt übrigens für die Laternen in der Halde, im Adelbändli, der Golattenmattgasse und im Storchengässli. Auch dort droht die Umrüstung längerfristig.

Martin Hort, Wortführer der Milchgasse-Anwohner, sagt: «Wir sind vorerst einfach zufrieden, dass die Situation bleibt, wie sie ist. Aber eine endgültige Lösung ist es halt nicht.»