Aarau
Noch ist die «Bar im Stall» ein Geheimtipp – dies soll sich aber ändern

Kino, Bar, Konzertsaal und Lesestube – die «Bar im Stall» hinter der Alten Reithalle ist mehr als nur eine Bar. Bislang war der Stall mehr Geheimtipp als Publikumsmagnet. Bald soll sie zur festen Grösse werden.

Katja Schlegel
Drucken
Teilen
Kathrin Veith und Miriam Suter öffnen heute Abend die Stalltüren.

Kathrin Veith und Miriam Suter öffnen heute Abend die Stalltüren.

Chris Iseli/AZ

Pferde stehen hier schon längst nicht mehr. Es riecht noch nicht einmal mehr danach. Aber der Stall ist noch immer Stall: Da sind die Krippen und die eisernen Ringe, an denen die Tiere festgebunden wurden. Das Getier, das heute hier haust, ist kleinformatiger. Auf dem Pack mit dem Kaffeepulver klebt eine Warnung: «Achtung, Mäuse.» Und mitten im Stall stehen eine Bar, eine Bühne, eine Kasse, von der Decke hängen Lampenschirm-Gerippe und eine Discokugel.

Ab heute Abend tanzen die Mäuse auf den Tischen: Die «Bar im Stall» feiert Saisoneröffnung. Bis Ende September finden Lesungen, Partys, Ausstellungen, Kleidertauschaktionen und Filmnächte statt; sieben Veranstaltungen sind fix, der Rest wird sich noch ergeben.

Die Bar ist also auch mehr als Bar. «Wir sind alles und nichts», sagt Miriam Suter und lacht. «Darum können wir gleichzeitig Kino und Bar, Konzertsaal und Lesestube sein.» Diesen Vorteil habe sonst kaum ein Lokal in der Stadt. «Mit dem Programm können wir so praktisch tun und lassen, was uns gefällt, ohne gross mit anderen zu konkurrieren.»

«Das ist ein riesiges Potenzial»

Es ist nicht neu, dass im Stall was los ist. Seit 2012 finden während der Theatersaison Veranstaltungen statt. Waren es erst die Verantwortlichen der «Je t’aime»-Bar, die die Theaterbar «Madame Pompidou» betrieben, sind seit 2014 im Auftrag von Theater Tuchlaube Miriam Suter und Kathrin Veith am Ruder, die mit der Programmreihe «Immer wieder sonntags» die Wochenenden ausklingen liessen.

Bislang war die «Bar im Stall» aber mehr Geheimtipp denn Publikumsmagnet. Ein verstecktes Plätzchen, eine Oase. Auf dem Hof wächst Minze in der Schubkarre, der Himmel hängt voller Glühbirnen, die Pflastersteine wölben sich unter den Tischbeinen. «Der Charme dieses Ortes ist ein Geschenk», sagt Veith. Ein Geschenk, das Suter und Veith gemeinsam mit der Dritten im Bunde, der diesjährigen Tuchlaube-Assistentin Alexa Gruber, mit allen teilen wollen.

Die «Bar im Stall» soll die Leute anziehen. «Wir wollen den Stall als feste Grösse in Aarau etablieren», sagt Suter. Nicht zuletzt auch, um die Aufmerksamkeit auf die Alte Reithalle zu lenken. «Die Bar zieht Leute an, die nie in die Reithalle gehen würden. Das ist ein riesiges Potenzial», sagt Suter. Denn Bar und Halle gehören fest zusammen.

Um den «Stall» zu etablieren, setzen die Frauen auch nicht mehr nur auf den Sonntag, sondern mischen unter anderem auch am Maienzug-Vorabend mit. Für Ende August und September hat es noch Platz im Programm, Ideen sind Veith und Suter herzlich willkommen. Aber sie seien streng, sagen sie und lachen. «Wir machen nicht alles, nur weil wir einen Raum haben.»

Die Rückmeldungen der Künstler und Besucher aus den letzten Jahren sind gut. Wer kann, hilft. Stellt sich hinter die Bar, gestaltet einen Flyer, legt oder tritt auf. «Den Leuten geht es wie uns», sagt Suter. «Sie sind einfach gern hier.»

Eröffnungsparty: Freitag ab 22 Uhr, im Rahmen des Interkulturfestes in der Alten Reithalle. Balkan Beats mit DJ No Sikiriki (B-Ekspress). Mehr Informationen finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten