Aarau

Noch eine Extrarunde: Kanton fordert weitere Anpassungen zum Neubau des Aare-Kraftwerks

Das Projekt für die Kompletterneuerung des Kraftwerks kommt nicht wie gewünscht voran.

Das Projekt für die Kompletterneuerung des Kraftwerks kommt nicht wie gewünscht voran.

Die kantonalen Fachstellen verlangen von der Eniwa weitere Änderungen am 135-Millionen-Projekt zum Aare-Kraftwerk. Die Folge: Es dauert länger, bis der Neubau realisiert sein wird.

Aarau Im Sommer 2019 hat die Eniwa ihr ausgeweitetes, zwischenzeitlich 135 Millionen teures Vorhaben für die Kompletterneuerung des Kraftwerks den Kantonen Aargau und Solothurn zur neuerlichen Vorprüfung vorgelegt. Im Januar schliesslich wurde an einer Anwohner-Orientierung angekündigt, dass die Resultate dieser Prüfung jeden Moment erwartet würden.

Jetzt liegen sie vor. Viel später als gedacht, und auch jetzt noch mit Vorbehalten: Wie die Eniwa in einer gestern verschickten Mitteilung schreibt, fordern die kantonalen Fachstellen weitere Anpassungen.

Das Trostpflästerli für die Mitteldamm-Freunde

Das bewertete, aufgepeppte Projekt sieht 58 statt bisher 50 Massnahmen vor. So unter anderem zwei WC-Anlagen mit Kaltwasserduschen beim Wehr in Schönenwerd und beim Spielplatz auf dem Inseli, neue Parkplätze, fünf zusätzliche Ein- und Ausstiegshilfen für Kanal-Schwimmer oder ein Besucherraum im Unterwerk. Dafür investiert die Eniwa zusätzlich 5 Millionen Franken. Worauf sie aber beharrt: Der gesamte Mitteldamm kommt weg.

Das Kraftwerk mit Türmchen, wie es heute noch aussieht.

Das Kraftwerk mit Türmchen, wie es heute noch aussieht.

   

Die nun verlangten Nachbesserungen betreffen hauptsächlich den Umweltbereich, beispielsweise die Wegführungen in den Gebieten Grien und Netzbau und einzelne Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen. «Die geforderten Anpassungen wird Eniwa bis Mitte 2020 prüfen, in Absprache mit den Kantonen Lösungen ausarbeiten und die daraus resultierenden Änderungen in das Projekt übernehmen», so die Mitteilung. Danach sollte der öffentlichen Auflage nichts mehr im Wege stehen: «Die Umweltfachstellen beider Kantone beurteilen in ihren Berichten, dass der Umweltverträglichkeitsbericht nach Übernahme der geforderten Anpassungen den gesetzlichen Anforderungen entspricht und das Vorhaben damit als umweltverträglich und umsetzungsfähig bezeichnet werden kann.»

Auflage nun erst zwischen Herbst 2020 und Frühling 2021

Durch diese erneute Verzögerung kann die für Februar geplante öffentliche Auflage nun laut Mitteilung erst zwischen Herbst 2020 und Frühling 2021 stattfinden; abhängig von den noch auszuführenden Anpassungen und der Prüfung durch die Bundesbehörden. «Anschliessend werden die Projektanpassungen den Entscheidungsgremien in beiden Kantonen zur Bewilligung vorgelegt.»

Somit dürfte es also 2026 wenn nicht 2027 werden, bis das neue Kraftwerk in Betrieb genommen wird. Immerhin spielt die Verzögerung der Eniwa bezüglich Fördergelder in die Karten. Denn diese seien in maximalem Umfang von 45 Millionen Franken nötig, um künftig sauberen Wasserkraft-Strom zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren zu können. Der nächste Termin für die Subventionseingabe ist im Juni 2022.

Bereits diesen Sommer beginnen wird laut Mitteilung der Bau des neuen, fischschonenden Dotierwasserkraftwerks beim Wehr in Schönenwerd sowie des Umgehungsgerinnes im Schönenwerder Schachen mit attraktivem Fussweg – dem Trostpflästerli für die Mitteldamm-Freunde. (ksc)

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