Er ist Genforscher, Nobelpreisträger – und Aargauer. Der in Gränichen geborene Mikrobiologe Werner Arber ist diesen Montag 90 Jahre alt geworden. Seinen Wohnort hat Arber längst auf das Bruderholz nach Basel verlegt. Doch in knapp zwei Wochen kehrt er in seinen Heimatkanton zurück. An der Alten Kantonsschule Aarau, wo Werner Arber einst mit der Matura abschloss, wird er am 19. Juni einen Vortrag über sein Schaffen halten.

«Einblicke in die biologische Evolution von Mikroorganismen» lautet der etwas sperrige Titel des Podiums, zu dem die Aargauische Naturforschende Gesellschaft (ANG) lädt. Andrin Wacker, verantwortlich für die Marketing- & Sponsoring-Arbeit bei der ANG, erhofft sich eine Veranstaltung, die trotz ihres sehr wissenschaftlichen Themas ein breites Publikum anspricht. «Werner Arber hat extrem viel für die Biomedizin geleistet. Das geht uns alle etwas an.»

«Ikone» der DNA-Forschung

Wie gelang es der ANG, Arber für sich zu gewinnen? «Das war gar nicht so schwierig», sagt Wacker. Schliesslich hätte man gleich zwei Asse im Ärmel gehabt. «Zum einen kennen sich Herr Arber und unsere Präsidentin Sophia Pantasis sehr gut.» Zum anderen sei Arber sogar Ehrenmitglied der ANG. «Das hat ihn motiviert und er hat rasch zugesagt», so Wacker. Am 19. Juni stellt sich Arber bei einem Apéro auch den Fragen des Publikums.

Der 90-Jährige wird einiges zu erzählen haben. 1929 kam er im Wynental zur Welt, besuchte später die Kantonsschule in Aarau und studierte an der ETH Zürich Chemie und Physik. Im Alter von 29 Jahren promovierte er an der Universität in Genf. Nach Forschungsaufenthalten in Los Angeles und Genf schloss sich Arber 1971 dem neugegründeten Biozentrum der Universität Basel an, wo er bis 1996 einen Lehrstuhl führte und einige Zeit als Unirektor amtete. Seinen Karrierehöhepunkt erlebte Arber 1978. Für seinen Beitrag in der DNA-Forschung erhielt er zusammen mit zwei weiteren Forschern den Nobelpreis für Medizin.

Werner Arber sei eine Forscherikone, sagt Andrin Wacker. «Und noch dazu eine, die aus dem Aargau kommt.» Es sei endlich an der Zeit gewesen, Arber nach Aarau einzuladen. Durch seinen runden Geburtstag hätte man den perfekten Aufleger für die Veranstaltung erhalten. Doch das sei eher Zufall denn Absicht. «Tatsache ist: Wir hätten ihn schon viel früher einladen können.»

Er reise noch ab und an und halte kleinere Vorträge, sagte Arber dieses Wochenende in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Nun wartet das Wiedersehen mit seiner alten Schule. Der Eintritt an die Veranstaltung ist kostenlos, Plätze müssen allerdings reserviert werden. Andrin Wacker rechnet mit rund 150 Besuchern. Bis zum 12. Juni können sich Interessierte unter info@ang.ch anmelden. «Falls wir noch freie Plätze haben, akzeptieren wir natürlich auch spätere Anmeldungen.»