In einem Schreiben, das sowohl die Bewohner als auch deren Angehörige erhalten haben, schreibt die Betriebsgenossenschaft: «Der Vorstand hat sich mit Herrn Felder geeinigt, sein Arbeitsverhältnis mit unserem Seniorenzentrum im gegenseitigen Einvernehmen per Ende Oktober 2017 zu beenden. Es wurde mit Herrn Felder vereinbart, dass er bereits heute von der Präsenz und Arbeitsleistung im Seniorenzentrum entbunden ist.»

Als Grund führt die Betriebsgenossenschaft an, «grundlegend unterschiedliche Ansichten zur praktischen Umsetzung von Vorstandsbeschlüssen» vor dem Hintergrund der «veränderten Verhältnisse auf dem Branchenmarkt» hätten zu diesem Entscheid geführt. Mit anderen Worten: Felder war zu wenig Geschäftsmann und zu wenig Marketing-Manager, um die «Walthersburg» angesichts des schwieriger gewordenen Marktumfelds in die Zukunft führen zu können. Denn die Konkurrenz wird immer stärker, es braucht grössere Anstrengungen, um das Haus möglichst gut auszulasten.

Max Rickenbacher, Präsident der Betriebsgenossenschaft, will die Entlassung nicht im Detail kommentieren. Er lobt Markus Felder als «hervorragenden Gastgeber», man danke ihm für sein «enormes Engagement». Die Nachfolgersuche sei eingeleitet, man wolle sich dafür aber genug Zeit nehmen. «So eine Trennung tut weh und braucht Zeit und auch Energie zur Verarbeitung», heisst es weiter in dem Schreiben. Interimistisch wird Roland Weber von der Firma Vitalba GmbH die Zentrumsleitung übernehmen.

Das Seniorenzentrum «Auf Walthersburg» gibt es seit rund 27 Jahren. Es verfügt über 21 2,5-Zimmer-Wohnungen, 7 3,5-Zimmer-Wohnungen und eine 1-Zimmer-Wohnung, die alle rollstuhlgängig sind. Es gibt einen 24-Stunden-Notfalldienst und eine hausinterne Spitex. «Auf Walthersburg» leben derzeit etwa zwei Dutzend Personen, Platz hätten 30. Der Altersdurchschnitt liegt laut Max Rickenbacher derzeit «knapp unter 90 Jahren». Die Bewohner müssen noch bis zu einem gewissen Grad selbstständig sein, Pflegeplätze hat es keine. (NRO)