Suhr
«Ninja Warrior»: Ein Student sucht den ultimativen Kick auf TV24

Der Sportstudent Julian Dutoit (22) macht bei «Ninja Warrior» mit. Beim Casting war er der Beste in seiner Gruppe.

Marina Bertoldi
Merken
Drucken
Teilen
Julian Dutoit (22) beim Training auf einem Platz zwischen Bahnhofstrasse und Apfelhausenweg (rechts NAB).

Julian Dutoit (22) beim Training auf einem Platz zwischen Bahnhofstrasse und Apfelhausenweg (rechts NAB).

zvg

Julian Dutoit (22) beobachtet die Welt mit anderen Augen. Geht er durch die Aarauer Altstadt, sieht er statt Treppen und Mauern mögliche Absprungrampen für doppelte Salti und meterhohe Kletterwände. Seit acht Jahren macht der Suhrer Parkour – eine junge Sportart, bei der Läufer urbane Hindernisse auf direktem Wege von A nach B möglichst schnell und mit purer Körperkraft überwinden. Jetzt wird aus dem Studenten ein Kämpfer – genauer gesagt ein Ninja. In der Fernsehsendung «Ninja Warrior Switzerland» will der angehende Sportlehrer den härtesten Hindernisparcours der Welt bezwingen. Die Show startet am Dienstagabend auf TV24.

So stellte sich Julian Dutoit anlässlich des Castings vor:

Im Ausland ist die Sendung aus Japan bereits bekannt. Das Finale der ersten deutschen «Ninja»-Staffel sahen sich drei Millionen Menschen an. Julian Dutoit war einer von ihnen. «Das hat für mich immer so einfach ausgesehen», sagt er. Als ihn Freunde vergangenes Jahr dann darauf hinwiesen, dass «Ninja Warrior» in die Schweiz komme, war für den Suhrer deshalb klar: «Das kann ich auch schaffen.»

Und tatsächlich: Beim Casting war der Student der beste seiner Gruppe. Er schwang an einem Tau, hangelte sich an freihängenden Kugeln mehrere Meter weit und sprang mit Anlauf 4,3 Meter eine Mauer hoch – der Hallenrekord. Als Lohn darf der 22-Jährige sein Können bald im Fernsehen unter Beweis stellen. Am 30. Oktober tritt er in der dritten von sechs Fernsehsendungen an. «Einfach» dürfte es nicht werden. Der Parkour verlangt fast Unmenschliches. Eine zweite Chance gibt es nicht. In dreissig Jahren, in denen die Show in Japan ausgestrahlt wird, konnten gerade mal sieben Kandidaten das allerletzte Hindernis, den «Mount Midoriyama», überwinden.

James Bond hat ihn inspiriert

Speziell trainiert hat Julian Dutoit nicht für die «Ninja»-Show, bei der 100 000 Franken winken. Dafür war gar keine Zeit. Nebst seinem Sportstudium in Magglingen führt der 22-Jährige drei Mal pro Woche Schüler in die Welt des Parkour ein. Daneben trainiert er fast jeden Tag selbst – ob nun ein Fernsehauftritt ansteht oder nicht. Er hat aber vor den Aufzeichnungen vermehrt an seiner Unterarmkraft gearbeitet.

«Parkour ist mein Leben», schwärmt der Suhrer. Geweckt hat diese Leidenschaft James Bond. Vor Jahren sah Julian Dutoit in «Casino Royale» die berühmte Kranszene, in der sich Daniel

Craig und der französische Extremsportler Sébastien Foucan eine wilde Verfolgungsjagd auf einer Baustelle liefern. Auf dem Trampolin im Garten seines Elternhauses folgten erste Nachahmungsversuche. Heute frönt Julian Dutoit seinem Hobby in jeder freien Minute. «Beim Parkour hat man die volle Kontrolle über seinen Körper. Es sind einem keine Grenzen gesetzt und man kann seine Kreativität voll ausleben.»

Die Passion geht über den Sport hinaus. Mit seiner Parkour-Gruppe «Nurf» hat Julian Dutoit diesen Sommer in der Aarauer Altstadt das Café «Näscht» eröffnet (die AZ berichtete). Ausserdem nimmt er an internationalen Treffen, sogenannten «Jams», teil. Seine atemberaubenden Videos von Läufen über die Dächer Santorinis oder am Strand von Kuba teilt er ebenso auf den sozialen Medien wie misslungene Sprünge und blutende Hände. In zwei Wochen wechselt Julian Dutoit für einmal das Medium. Im Zentrum der Teilnahme bei «Ninja Warrior» stehe für ihn der Spass, so der Suhrer. Und doch: «Mindestens die erste Runde will ich überstehen.»