Doch schon gegen die Teilnutzungsplanung gibt es Widerstand. Laut Mitteilung der Gemeinde Auenstein sind während der öffentlichen Auflage acht Einzeleinwendungen und eine Sammeleinwendung mit insgesamt 107 Unterschriften von Einwenderinnen und Einwendern eingereicht worden. «Diese werden von Angélique Flach, Im Fahr 18, und Sämi Richner, Im Fahr 6, vertreten», schreibt die Gemeinde. Ein eher ungewöhnlicher Vorgang. Normalerweise gibt eine Behörde die Identität der Einsprecher nicht preis (man denke an die Stadion-Gegner in Aarau). Im konkreten Fall sind Flach und Richner als Vertreter der «losen Verbindung» Pro Auenstein bereits während der Mitwirkung im August 2018 an die Öffentlichkeit getreten. Sie hatten damals eine Sammeleingabe mit 122 Unterschriften eingereicht.

Worum es bei den Einsprachen im Detail geht, schreibt der Gemeinderat nicht. Aus verschiedenen früheren Äusserungen der Steinbruch-Kritiker sind deren Standpunkte aber klar, ebenso aus den umfangreichen Mitwirkungseingaben. Themen sind die Renaturierung, der Lastwagenverkehr, die Eingriffe in die Landschaft. Es geht bei den Einsprachen auch um die Umweltverträglichkeitsprüfung, die im Detail erst beim Abbruchgesuch gemacht werden soll, die Einsprecher aber bereits jetzt fordern. In den Einsprachen wird auch erwähnt, dass man bis vor einigen Jahren Neuzuzügern versprochen haben soll, dass in der Oberegg nicht mehr weiter abgebaut werde. Thema sind neben der Nähe der Abbauzone zum Wohngebiet auch die Emissionen: Lärm, Staub, Erschütterungen. Es geht um Messungen, deren Resultate nicht von allen Parteien gleich interpretiert und gewürdigt werden.

Einzelne Einsprecher fordern auch, dass der Auensteiner Gemeindeammann Reto Porta, dessen Ingenieur/Planer/Geometer-Firma Unterlagen im Zusammenhang mit dem Steinbruch ausgearbeitet hat, bei diesem Geschäft in den Ausstand treten soll.

Mit der Teiländerung der Nutzungsplanung soll das Materialabbaugebiet beim heutigen Steinbruch um eine Fläche von rund 10,5 Hektaren erweitert werden. Es würden ab 2022 bis etwa 2050 etappenweise ungefähr 9 Millionen Kubikmeter Kalk und Mergel als Rohmaterial für die Zementproduktion abgebaut. (NRO)