Auenstein
Neues Schulhaus als «ein klares Bekenntnis für Eigenständigkeit»

Mit dem Jugendfest «Baustelle ade» wurde das 5,2 Millionen Franken teure Schulhaus eingeweiht.

Urs Helbling (Text und Fotos)
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Kopie von Schulhauseinweihung Auenstein
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Ballone vor dem Start des Wettbewerbs.
Man beachte die Aufschrift auf dem Hemdkragen: Ammann Reto Krättli.
Alex Hürzeler würdigt Generationenwerk.

Kopie von Schulhauseinweihung Auenstein

Urs Helbling

Regierungsrat Alex Hürzeler zog am Samstag den Hut vor dem Durchhaltewillen der Auensteiner: «Zwischendurch war gar ein Referendums-Komitee von Nöten, das sich aktiv für die Weiterführung des Projektes einbrachte», erklärte der Bildungsdirektor. Er würdigte das neue Schulhaus «Bündte» als Generationenwerk. Auenstein ist mit 1562 Einwohnern zwar eine kleine, aber keine arme Gemeinde (Steuerfuss 96 Prozent). Dennoch sind die 5,2 Millionen Franken, die das Gebäude mit Kindergarten, Schulzimmern, Bibliothek und Aula kostet, ein grosser Brocken. Inbegriffen ist ein Wärmeverbund basierend auf einer Holzschnitzelheizung, an dessen Kosten sich die Ortsbürgergemeinde mit einer halben Million Franken beteiligt.

Nach einem negativen Gemeindeversammlungsentscheid, der mit Hilfe eines Referendums umgestossen werden konnte, hatte das Projekt des Aarauer Architekturbüros Felber Widmer Schweizer auch noch eine Diätkur zu überstehen. «Es war ein langer Weg, bis wir diesen Bau hatten», sagte denn auch Gemeindeammann Reto Krättli. Schon sein Vor-Vor-Gänger habe sich mit der Planung auseinandergesetzt.

Ein guter Tag

«Der Tag der Einweihung ist nicht nur ein guter Tag für die Schule, sondern auch ein guter Tag für die Zukunft des Dorfes», betonte Krättli. Das Schulhaus sei «ein klares Bekenntnis für Eigenständigkeit». Der Gemeindeammann verhehlte nicht, dass diese zumindest schulmässig hin und wieder in Frage gestellt ist. Wegen der Minimalgrösse von 15 Schülern pro Klasse, die laut Kanton nicht unterschritten werden darf: «Das kann in einem kleinen Dorf wie Auenstein Probleme geben.»

Auenstein lebte drei Tage lang das Festmotto «Baustelle ade». Das Dorf hatte sich für das seltene Ereignis des Jugendfestes herausgeputzt. In vielen Gärten gab es Szenen, die irgendetwas mit den beendeten Bauarbeiten zu tun hatten. Und der Gemeinderat lief als bunte Truppe herum – mit verschieden farbigen Bauarbeiter-Helmen. Aus dem 275 Kilometer entfernten Auenstein (D, 9056 Einwohner) kam Bürgermeister Thomas Knödler angereist und gratulierte den Aargauern zu ihrem Generationenwerk.