Erlinsbach/Aarau

Neues Regenbecken: Jetzt müssen die Bundesrichter entscheiden

An der Geländekante Richtung Aarau soll das Regenbecken zu stehen kommen.

An der Geländekante Richtung Aarau soll das Regenbecken zu stehen kommen.

Erlinsbach würde gern mit dem Bau seines neuen Regenbecken an der Grenze zu Aarau loslegen. Doch eine Person will ihre Beschwerde ans Bundesgericht ziehen. Ein Dorn im Auge ist ihr, dass das Regenbecken in einer Grünzone vorgesehen ist.

Die Aarauer Bauprojekte, mit denen sich das Bundesgericht in Lausanne beschäftigen muss, häufen sich. Nach Urteilen zur Zufahrtstrasse zum Stadion und dem Gestaltungsplan Torfeld Süd betrifft es nun das Regenbecken der Gemeinde Erlinsbach an der Aarauerstrasse. Es soll an der Gemeindegrenze auf Aarauer Boden erstellt werden.

Bereits im November 2012 hat die Gemeindeversammlung Erlinsbach dafür einen Baukredit von 875 500 Franken bewilligt. Die Stadt Aarau hat die Baubewilligung erteilt. Diese wurde aber angefochten.

Nachdem der Regierungsrat im November 2013 und das Verwaltungsgericht präzis ein Jahr später den Baubewilligungsentscheid bestätigt hatten, gelangt der Einsprecher nun ans Bundesgericht. Dies teilt der Gemeinderat Erlinsbach mit.

Becken würde in Grünzone liegen

Wer der private Einsprecher ist, darüber schweigen sich die Behörden in Erlinsbach wie in Aarau aus. «In einem hängigen Verfahren dürfen wir keine Akteneinsicht gewähren», sagt Stadtbaumeister Felix Fuchs.

Strittiger Punkt ist, soviel wird verraten, primär die Zonenkonformität des Regenbeckens mit dem Betriebsgebäude. Der vorgesehene Standort liegt nämlich in der Grünzone. Das Grundstück gehört der IBAarau AG, die sich denn auch bereit erklärt hat, für das Bauwerk einen Baurechtsvertrag zu unterschreiben.

«Das Regenbecken soll das Oberflächenwasser, das in den Gebieten entlang und oberhalb der Aarauerstrasse anfällt, aufnehmen», erklärt der Erlinsbacher Bauverwalter David Fiore.

Im 185 Kubik fassenden Becken sinkt der Schmutz zu Boden. Das so vorgeklärte Schmutzwasser gelangt über eine Überfallkante in den Entlastungskanal und zum Oberwasserkanal des Kraftwerks. Das zurückgehaltene Schmutzwasser im Regenbecken wird nach dem Regen dosiert zur Abwasserreinigungsanlage gepumpt.

Das Projekt sieht vor, dass das Becken mit Erde überdeckt wird. Nach aussen sichtbar ist eine Baute für das Betriebspersonal. Diese bedeckt eine Fläche von rund sechs mal acht Metern und ist in etwa drei Meter hoch.

Die Gemeinde Erlinsbach hat noch nicht alle gesetzlich vorgeschriebenen Anlagen zur Behandlung des Regenwassers realisiert. Die Generelle Entwässerungsplanung (GEP) der Gemeinde legt fest, dass das anfallende Regenwasser in drei Anlagen zu behandeln ist, nämlich im Fangkanal Neuberg, im Regenbecken Aarauerstrasse und im Regenbecken Hinterberg-Trotte, das 2009 beim Schulzentrum Bläuen in Betrieb genommen worden ist. Der Fangkanal wird zusammen mit der Sanierung der Saalhofstrasse erstellt.

Der GEP ist ein Planungsinstrument, das auf der Gewässerschutzverordnung von 1998 basiert und periodisch den veränderten Verhältnissen angepasst wird. Der GEP zeigt auf, wie das Abwasser unter Beachtung der ökologischen und ökonomischen Aspekte abzuleiten ist und die ober- und unterirdischen Gewässer qualitativ und quantitativ geschützt werden können.

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