Bevor der Buchser Einwohnerrat heute Abend zum vom Gemeinderat offerierten «Umtrunk mit Beilagen» schreiten kann, muss er Entscheidungen mit grosser Tragweite fällen. Wer bürgert künftig ein: der Einwohnerrat oder der Gemeinderat? Wie viele Steuern werden die Buchser im nächsten Jahr bezahlen müssen? Und: Soll im Risiacher ein neues Primarschulhaus für 18,85 Mio. Franken gebaut werden?

Die Notwendigkeit eines neuen Schulhauses ist politisch weitgehend unbestritten, höchstens der Zeitpunkt gab in der Vergangenheit zu reden. Namentlich von der SVP wurde an der letzten Einwohnerratssitzung gefragt, ob man nicht noch etwas zuwarten könnte. Der Gemeinderat argumentiert mit dem ausgewiesenen Bedarf für mehr Schulraum sowie mit der Baufälligkeit des alten Primarschulhauses. Es ist 50 Jahre alt und in «baulich sehr schlechtem Zustand», wie der Gemeinderat schreibt. Es ist ausserdem zu klein. Eine Sanierung respektive Erweiterung komme nicht infrage, so der Gemeinderat, das sei nicht zweckmässig und «völlig unwirtschaftlich».

Günstiges Projekt

Für den Neubau wurde ein Gesamtleistungswettbewerb durchgeführt, sechs Projekte kamen in die engere Auswahl. Gewonnen hat am Ende das Projekt «Pfifferling» des Bewerberteams Anliker AG Generalunternehmung (Emmenbrücke) mit dem Architekturbüro Konstrukt AG (Luzern). «Das Projekt überzeugt auf allen Ebenen und stellt einen ausgereiften Vorschlag dar», heisst es im Jurybericht.

Das ausgewählte Gebäude ist viergeschossig sowie «einfach und klar strukturiert», so der Gemeinderat. Man könnte es zu einem späteren Zeitpunkt sogar um ein Geschoss aufstocken. Im Jurybericht wird der «äusserst kompakte Baukörper» gelobt, dessen Lage auf dem Areal viele Freiräume lasse. Zwischen Turnhalle und Neubau ist der Pausenplatz geplant, ausserdem soll es auf dem ganzen Areal «zahllose Bäume» geben, die die Schulanlage nach aussen optisch abschliessen. Die Erschliessung soll hauptsächlich über den Rosengartenweg erfolgen; der Parkplatz wird neu organisiert. Der südliche Arealbereich entlang der Lenzburgerstrasse wird als Freiraum für Sport freigehalten.

Der Hybridbau soll 16 Abteilungen haben (beim heutigen Schulhaus sind es sieben). Bei «Pfifferling» handelt es sich um das preisgünstigste der eingereichten Projekte. Auch liegt der Preis bezogen auf die Geschossfläche rund 15 Prozent unter den üblichen Kosten. Der Gemeinderat betont: «Räumliches Grundmodul ist ein flexibler Cluster mit vier Schulzimmern. Die neue Anlage bietet die Basis für einen zukunftsgerichteten und freundlichen Schulalltag für Schüler und Lehrerschaft und wird aus pädagogischer Sicht sehr positiv beurteilt.»

Der Bau wird zusammen mit der bestehenden Turnhalle ans Fernwärmenetz angeschlossen und soll Minergie-Standard haben, jedoch ohne Zertifizierung. Auf dem Dach soll es eine Photovoltaik-Anlage geben, die einen Drittel des benötigten Stroms erzeugt.

Volk hat letztes Wort

Zusammen mit den bereits gesprochenen Krediten für den Gesamtleistungswettbewerb kostet das Schulhaus am Ende rund 19,65 Mio. Franken. Das letzte Wort hat das Volk – die Urnenabstimmung ist für den 19. Mai 2019 geplant. Passiert das nun vorliegende Projekt die politischen Hürden sowie die öffentliche Auflage zügig, sollen die Bauarbeiten im Frühling 2020 starten, sodass das neue Schulhaus per Schuljahr 2021/22 bezogen und das alte (inklusive Zivilschutzanlage im UG sowie Pavillon) anschliessend abgebrochen werden könnte.