Aarau

Neues Ladenlokal: Nettie und Anke verwirklichen sich ihren Traum innert vier Wochen

Anette Wolffram (sitzend) und Anke Rüegg im «Nettie’s» an der Kirchgasse 3

Anette Wolffram (sitzend) und Anke Rüegg im «Nettie’s» an der Kirchgasse 3

Neuware und Vintage fürs Wohnen – Anette Wolffram aus Kirchdorf AG hat an der Kirchgasse in Aarau das Ladenlokal «Nettie’s» eröffnet.

Ihre Freunde nennen sie Nettie. Und so heisst jetzt auch ihr Ladenlokal an der Kirchgasse 3 in Aarau: «Nettie’s». Seit letzten Samstag verkauft Anette Wolffram Eugster hier, wo bisher die Vitalgalerie «LebensArt» zu Hause war, Möbel, Wohnaccessoires, Kleider, Taschen, aber auch kleine Mitbringsel für ein paar wenige Franken. Alles unter dem Motto «Modern & Vintage». Neu und Alt. Die neuen Sachen kauft die gebürtige Berlinerin in Holland, Dänemark und in ihrer Heimat an der Spree ein. Vintage-Stücke spürt sie auf Flohmärkten und Brockenstuben auf.

Anette Wolffram (sitzend) und Anke Rüegg im «Nettie’s» an der Kirchgasse 3.

Anette Wolffram (sitzend) und Anke Rüegg im «Nettie’s» an der Kirchgasse 3.

Neuland Aarau

Zu Aarau hatte Anette Wolffram, die seit 1999 in der Schweiz lebt und mit einem Schweizer verheiratet ist, bisher keine Beziehung. Auf das Ladenlokal wurde sie durch ein Inserat auf Tutti aufmerksam. Dass die Kirchgasse keine ausgeprägte Einkaufsmeile ist, weiss sie. Aber die Atmosphäre in der Aarauer Altstadt, diesem gemütlichen Ausgangsviertel, sagt die 52-Jährige, habe ihr gefallen. Ein bisschen Prenzlauer Berg im Kleinen eben. «Und ein eigenes Ladenlokal war schon seit langer Zeit ein Traum in meinem Hinterkopf.»

Zuerst auf Märkten aktiv

Im Frühjahr 2015 schon gründete Anette Wolffram das Einzelunternehmen «Rosenrot Wolffram Eugster» für den Import von Wohnartikeln, Einrichtungsgegenständen, Möbeln, Bekleidung und Accessoires. Was sie einkaufte, brachte sie zunächst auf Märkten unter die Kundschaft. Auf die Karte Ladenlokal setzte sie dann, als sie ihre Festanstellung in der Medienbranche verloren hatte. Das Ganze sei «ein wenig aus der Not geboren», sagt dazu ihre langjährige Freundin Anke Rüegg, die im Untergeschoss hochwertige Secondhand-Kleider anbietet und jeweils am Dienstag an der Kirchgasse anzutreffen ist.

Die Stilberaterin und Knigge-Trainerin schiebt nach, «Nettie» habe ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie habe «schon immer das Individuelle, nicht den Mainstream gesucht». «Schön wohnen», sagt dazu Anette Wolffram, «das ging in der DDR, wo ich aufgewachsen bin, nun einmal nicht.» Die Standardmöbel seien «schrecklich» gewesen. «So habe ich alte Möbel aufgekauft.»

Innerhalb von vier Wochen hat Wolffram nach eigenen Angaben «die Entscheidung getroffen, den Laden gemietet, die Ware eingekauft, dem ‹Baby› einen Namen gegeben und die Eröffnung erfolgreich über die Bühne gebracht». Die vier Container mit den Möbeln trafen letzte Woche, zwei Tage vor der Eröffnung, ein.

Holländer als Trendsetter

Nach Holland und nach Berlin fährt Anette Wolffram zum Einkauf jeweils selber von ihrem Wohnort Kirchdorf AG aus. – Weshalb nach Holland? «Weil die Holländer sehr trendige Vintage-möbel haben und ich den Stil mag.» Wolffram liebt auch die Abwechslung. Von der Kundschaft erwartet sie deshalb einen gewissen «Jagdinstinkt»: Manche Waren, sagt sie, kaufe sie vielleicht drei-, viermal ein. Andere aber nur einmal. Sie schaut sich um und zeigt dann auf die grosse Uhr an der Wand. «Wenn die weg ist, ist sie weg.» Mit Blick auf Weihnachten ist noch für diesen Herbst der nächste Abstecher nach Holland geplant.

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