Aarau

Neues Hirn für die Stromversorgung: Neubau wird bis zu 12,6 Meter hoch

In Aarau liegt seit gestern der Neubau eines Unterwerks beim Wasserkraftwerk auf. Auch die SBB sind mitbeteiligt.

Es ist ein ordentliches Plangenehmigungsverfahren nach Elektrizitätsgesetz. Die Pläne liegen seit gestern bis zum 2. Februar auf. Die breite Öffentlichkeit wird vor allem das Gebäude wahrnehmen, das an der Erlinsbacherstrasse unmittelbar westlich des Wasserkraftwerks der Eniwa geplant ist. Sein Bau ist so etwas wie das Vorspiel für den geplanten Neubau des Aarekraftwerks, der kaum vor 2024 beginnen wird. Wie viel die Eniwa ab kommendem Herbst in das Unterwerk investieren will, ist den Unterlagen nicht zu entnehmen. Bisher war von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede.

Das Unterwerk befindet sich heute an zwei Standorten. Einerseits in den Bauten mit den grossen Toren unterwasserseitig des bestehenden Kraftwerks. Und andererseits innerhalb des Kraftwerks. «Mit dem Neubau des Kraftwerks wird eine strikte Trennung zwischen Produktion und Verteilnetz angestrebt», heisst es in den aufgelegten Unterlagen.

So soll das neue Unterwerk (Seite Erlinsbacherstrasse) dereinst aussehen.

So soll das neue Unterwerk (Seite Erlinsbacherstrasse) dereinst aussehen.

SBB nutzen die günstige Gelegenheit für neues Kabel

Wegen des Neubaus müssen diverse Leitungen verlängert und neu angeschlossen werden. Die Stadt und ein Teil der benachbarten Gemeinden wären ohne Strom, wenn die 20 bestehenden Hochspannungsleitungen nicht umgelegt würden.

Die SBB nutzen zudem die Gelegenheit für eine Vorinvestition für den Ersatz ihrer bestehenden 132-kV-Übertragungsleitung von Kerzers FR nach Rupperswil. Diese kommt mittelfristig (bis 2028) im Bereich von Aarau in den Boden (heute führt sie oberirdisch durch Küttigen und Erlinsbach). Es soll entlang des Dammes ein Rohrblock vom neuen Unterwerk Richtung Westen bis zum Mast 32A gebaut werden. Der Mast steht westlich des Spielplatzes und des Parkplatzes «Alte Badi». Damit ist auch gesagt, dass der beliebte Spazierweg entlang des Oberwasserkanals vom Bau relativ stark betroffen sein wird.

Weiter beteiligt an den Veränderungen bei den Kabeln sind die Aare Versorgungs AG (AVAG) und die Axpo Grid (Neubau 110-kV-Leitung Neubuchs-Aarau).

Neubau wird bis zu 12,6 Meter hoch

Das neue Unterwerk kommt auf die Parzelle zu stehen, auf der vor sieben Jahren Wohnhäuser abgebrochen worden sind. Diese lag seither weitgehend brach. Das Gebäude wird im Osten 12,6 Meter hoch. Es bekommt eine Art kleinen Turm, in dem neben Transformatoren eine Notleitstelle und zwei Besucherräume untergebracht werden. Es wird zudem auf dem Dach eine Art Aussichtsterrasse geben. Im klimatisierten Besucherraum soll es eine Ausstellung zur Geschichte der Stromproduktion an der Aare geben.

Im Zwischenbereich des langgezogenen Baus ist kanalseitig eine Art Tribüne (drei hohe Tritte) geplant, die zum Sitzen einlädt. Der Bau wird einen Abstand von 15 Metern zum Wasser haben.

Das Gebäude wird in Stahlbeton ausgeführt und dazu Sichtbetonfassaden erhalten. Es kommt in die Energiezone zu stehen.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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