Oberentfelden

Neues Café lädt beim Verkehrsknoten zum Verweilen ein – mit Kinderecke, Bastelräumen und einer Clownin

Janice Briner (r.) und ihre Mutter Anita sorgen für neue Frische am Oberentfelder Engelplatz.

Janice Briner (r.) und ihre Mutter Anita sorgen für neue Frische am Oberentfelder Engelplatz.

Das neue Café Filigran, mit Bastelräumen und Geschenkladen, bringt eine klare Aufwertung für das Dorfzentrum von Oberentfelden.

Aus leeren Gewerbeflächen an Kantonsstrassen in Agglomerationsgemeinden werden meistens Imbiss-Restaurants, Coiffeur- und Nagelstudios oder Raucherbeizen. Am Engelplatz in Oberentfelden ist es nun für einmal anders: Gleich neben dem Gemeindehaus und der Post, wo bis vor wenigen Monaten das Elektro-Reparaturgeschäft Rihusa drin war, steht neu das «Filigran» – ein Café mit kleinem Laden für Handgemachtes samt Kinderecke und Räumen für Bastelwerkstätten.

Hinter dem neuen Lokal steht die junge Janice Briner (26). Die gelernte Fotofachfrau aus Othmarsingen hatte zuvor keine Verbindung zu Oberentfelden. Als sie die Ladenfläche ausgeschrieben sah, witterte sie aber ihre Chance. «Die Lage ist super und ich finde Oberentfelden sympathisch. Es hat eine schöne Mittelgrösse zwischen Stadt und Land», sagt sie. Das heisst: Genügend potenzielle Kundschaft, gleichzeitig aber eine überschaubare Grösse, die nicht zu unpersönlich wird.

Im neuen Lokal wirkt auch Janices Mutter Anita mit: Sie leitet hauptsächlich die Kreativwerkstätten im Obergeschoss. Geplant sind dort regelmässige Bastelkurse, jeden zweiten Mittwoch ist ein spezielles Kinderprogramm vorgesehen – morgen etwa eine Märlistund. «Wir haben sogar eine Haus-Clownin namens Kinipela», sagt Janice Briner. Am Mittwoch in zwei Wochen ist ihr nächster Auftritt.

Die Verwandlung des alten, etwas verstaubten Elektrogeschäfts in das frische und helle «Filigran» nahm einige Arbeit in Anspruch. «Wir haben sicher drei Monate lang Tag und Nacht das Lokal saniert», erzählt Anita Briner. Dabei griffen sie auch zu einfachen, kreativen Ideen: Statt den alten Boden der oberen Räume zu ersetzen etwa, haben sie diesen mit Holzschnitzel zugedeckt – was zur Bastelatmosphäre passt und prompt einladender wirkt. Im Untergeschoss haben sie einen früheren Kellereingang mit sehr tiefer Decke in eine Kinderecke samt Eingangstunnel umgewandelt.

«Filigran», also zart oder fragil, wie das Lokal heisst, passt zwar vollkommen zum Inhalt des Geschäfts mit den vielen, meist handgemachten Geschenkartikeln, darunter einige Töpfe oder Lebensmittel der Rombacher Stiftung Seehalde, wo Anita Briner arbeitet. Die Bezeichnung ist aber auch ein kleiner Kontrast zum Ort, wo das Lokal steht – nämlich gleich an einem der am dichtesten befahrenen Verkehrsknoten der Region.

Man bekommt fast schon ein wenig Stadtgefühl, wenn man mit einem Kaffee am Tisch bei den zwei grossen Fenstern sitzt und Panorama-Sicht hat auf die vorbeifahrenden Autos und Züge draussen. Drinnen hingegen wirkt der Laden wie eine wohltuende Oase. Janice und Anita Briner haben einen Begegnungsort geschaffen mitten in Oberentfelden. Wo die Menschen bisher nur hastig vorbeifuhren, gibt es nun einen Ort zum Verweilen, Geschenke kaufen und sich kreativ entfalten.

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