Die WSB AG und die Metro Immobilien AG möchten auf dem Areal des bisherigen WSB-Bahnhofes und den Nachbarparzellen einen Büro- und Wohnkomplex mit rund 60 Wohnungen erstellen. Knacknuss sind dabei unter anderem die industriegeschichtlich interessanten Meyerschen Stollen. Das zeigt auch eine Antwort des Stadtrates zu einem Vorstoss von Alois Debrunner (SP), Peter Jann und Alexander Umbricht (beide GLP). In der Anfrage wurde thematisiert, dass die Investoren weiter in den Boden hinein – und damit näher zu den Stollen – bauen möchten. Im Baugesuch liegt die Unterkante der Bodenplatte (2. Untergeschoss) 56 Zentimeter unter der Unterkante, wie sie im Gestaltungsplan definiert worden ist.

Der Stadtrat schreibt: «Die Erhaltung der Meyerschen Stollen in ihrem heutigen Zustand erscheint bereits unter den Bedingungen des Gestaltungsplans ein schwieriges Unterfangen. Das Absenken des Bodenniveaus im 2. UG würde aus einer schwierigen eine unmögliche Aufgabe machen; die Stollen im Projektperimeter würden sich unmöglich im heutigen Zustand erhalten lassen.»

Der Bauherrschaft des «Bahnhofs Süd» wurde aufgetragen, mit dem Baugesuch ein «Konzept Meyersche Stollen» einzureichen. Allerdings ist das nicht so geschehen, wie sich das das Stadtbauamt gewünscht hätte. «Das Konzept ist noch zu wenig ausgearbeitet, um den Erhalt der Meyerschen Stollen im Projektperimeter ‹Bahnhof Süd› nach Möglichkeit erhalten zu können», schreibt der Stadtrat. Der Baugesellschaft sei eröffnet worden, «dass das Baugesuch mit den vorliegenden Plänen nicht bewilligungsfähig ist». Damit die Baubewilligung erteilt werden könne, müssten die Konzepte bereinigt vorliegen.

Wie genau es die Stadt mit dem Schutz des Untertagbauwerkes nimmt, lässt sich daraus ablesen, wie die kritische Bauphase ablaufen soll: «Das Stadtbauamt ist in den Phasen der Bestandessicherung, Baugrubensicherung, Aushub, Erstellung Bodenplatte UG 2, Rückbau Rühlwand, mindestens wöchentlich von der Bauherrschaft für eine Begehung vor Ort einzuladen.» Und: «Das Stadtbauamt behält sich vor, Massnahmen zu Lasten der Bauherrschaft zu ergreifen.» (uhg)