Küttigen

Neuer Smolball-Verein will hoch hinaus – und sucht darum weitere Spielerinnen und Spieler

Maja Hügli ist eine von vier Küttigern, die den neuen Verein gegründet haben.

Maja Hügli ist eine von vier Küttigern, die den neuen Verein gegründet haben.

Von null auf hundert in einem Jahr? Das wollen vier junge Küttiger erreichen. Simon Wehrli, Dave Meile, Colin Hasler und Maja Hügli haben am 1. August einen neuen Sportverein ins Leben gerufen und planen, schon nächstes Jahr an der Schweizer Meisterschaft und am Schweizer Cup teilzunehmen.

Solch ehrgeizige Pläne lassen sich durchaus umsetzen, wenn man sich eine Randsportart aussucht. In diesem Fall: Smolball. Als «etwas zwischen Tennis und Unihockey» bezeichnete das «St. Galler Tagblatt» diese relativ junge Sportart vor einiger Zeit.

Dabei wird mit speziellen Schlägern (ähnlich wie Squash-Schläger) ein Softball auf ein unihockey-ähnliches Tor gespielt. Es gibt pro Mannschaft drei Feldspieler und einen Goalie. Frauen und Männer spielen gemeinsam; bei Meisterschafts- oder Cupspielen muss immer mindestens eine Frau auf dem Spielfeld sein.

Vom Anspiel bis zum Tor: So sieht Smolball aus

Vom Anspiel bis zum Tor: So sieht Smolball aus

Kennen gelernt haben die Küttiger Smolball im Rahmen des Schulsports. «Nach der Schule wollte ich damit nicht aufhören und habe mir einen Verein gesucht», sagt etwa Simon Wehrli. Kein einfaches Vorhaben, gibt es doch schweizweit nur ein knappes Dutzend Smolball-Vereine.

In Zug wurde er fündig. «Das wurde mir mit der Zeit aber zu weit.» Und weil er in Küttigen noch drei Gleichgesinnte fand – zwei von ihnen haben Smolball ebenfalls in ihrer Zeit im Schulhaus «Auf Stock» kennen gelernt –, gründeten sie den «Smolball Club Aarau United».

Damit der Plan, in einem Jahr Cup und Meisterschaft zu spielen, gelingen kann, braucht es weitere Spielerinnen und Spieler (ab 15 Jahren). Denn eine Spielrunde dauert insgesamt knapp eine Stunde und verlangt – ähnlich wie Hockey – nach häufigen Wechseln. Interessierte können sich an scaarauunited@gmail.com wenden.

Erfunden wurde Smolball übrigens schon vor gut 40 Jahren vom Polen Janusz Smolinski, der damals noch in seinem Heimatland Sport studierte. Wie er dem «Tagesanzeiger» später erzählte, gab es bei der Belegung der Warschauer Sporthalle einen Fehler, sodass sich Dutzende Studenten einen einzigen Tennisplatz teilen mussten.

Smolinskis Vorschlag, Mannschaften zu bilden und mit den Rackets auf Hockeytore zu schiessen, wurde damals belächelt. Erst viel später, als Smolinski in die Schweiz umgesiedelt war und an der Baugewerblichen Berufsschule Zürich Sport unterrichtete, holte er seine Idee wieder hervor. Er entwickelte das Spiel kontinuierlich weiter. Seit einigen Jahren gibt es nun Schweizer Meisterschaften. Vielleicht bald mit Küttiger Beteiligung.

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