Wer das Besondere sucht, sollte das «Petite Italie» in Aarau besuchen. Der kleine Verkaufsladen am Rain wurde im November eröffnet, zuvor betrieb am gleichen Ort ein anderer Verkäufer eine Gelateria. Nun verkaufen Teresa und Maurizio Robucci italienische Produkte. Er sagt, er habe «Petite Italie» als Namen gewählt, weil es schon genug Restaurants mit dem Namen «Little Italy» in der Schweiz gäbe.

Besonders ist das Lädeli, weil man darin nicht nur italienische Spezialitäten kaufen, sondern diese im gleichen Raum auch verzehren kann. «Ein Lädeli mit integriertem Bistro», nennt es Maurizio Robucci. An diese neue Idee muss sich die Kundschaft zuerst gewöhnen: Während man im Bistro einen Kaffee geniesst, kann gleichzeitig ein anderer Kunde kommen und im gleichen Raum italienische Spezialitäten kaufen.

Einige Gäste stören sich am doppelten Angebot, andere sind begeistert davon: «Kürzlich genoss ein Paar einen Apéro im Bistro», erzählt Robucci, «danach entschieden sie sich kurzerhand, am Abend italienisch zu kochen.» Also liess sich das Paar von ihm beraten und kaufte alle nötigen Zutaten für ein italienisches Nachtessen bei ihm ein.

Produkte aus Kampanien

Die Ware stammt zu hundert Prozent von verschiedenen Lieferanten aus Italien. «Ich suche mir die beste Ware aus meiner zweiten Heimat aus», sagt Maurizio Robucci. So macht sich beispielsweise jeden Mittwoch ein Lastwagen von Kampanien auf die weite Reise in die Schweiz und trifft am Freitagmorgen beim «Petite Italie» ein. Unter anderem beladen mit zehn bis zwölf Kilogramm Mozzarella di Buffalo. «Wir verkaufen nur ganz frischen Mozzarella, dieser ist vor der nächsten Lieferung meist ausverkauft», sagt Theresa Robucci.

Das Ehepaar setzt auf Qualität, die seinen Preis hat. Maurizio Robucci macht kein Geheimnis daraus, dass Pasta andernorts billiger zu haben ist. Doch er betont, dass seine Setaro Pasta nicht mit jener von Grossverteilern zu vergleichen ist. Der grosse Unterschied zur Fabrikware besteht in der Trocknungszeit. Die Setaro Pasta wird bei sehr niedriger Temperatur bis zu hundert Stunden lang getrocknet. Dadurch enthalten die Teigwaren besonders viele Nährstoffe. Zum Vergleich: Bei Billig-Pasta dauert der Trocknungsprozess höchstens vier Stunden.

Offen von Donnerstag bis Samstag

Teresa und Maurizio Robucci betreiben den Laden als Nebentätigkeit. Der Laden ist nur von Donnerstag bis Samstag geöffnet. Maurizio Robucci arbeitet zu achtzig Prozent als Sozialarbeiter. An seinem früheren Arbeitsplatz erlernten vorbestrafte Jugendliche Gastronomieberufe bei ihm. «Als ich den Arbeitsplatz vor zwei Jahren wechselte, fehlte die Gastronomie in meinem Beruf», erklärt Robucci. Dadurch entstand die Idee eines kleinen Verkaufsladens, die mit «Petite Italie» in Aarau verwirklicht wurde.