Aarau
Neuer Kreisel: «Müssen Schönenwerd unattraktiv machen»

Der Knatsch um die Ampelanlage, die Aarau auf Schönenwerder Boden errichten lässt, geht in die nächste Runde. Der Schönenwerder Gemeinderat fürchtet sich vor Ausweichverkehr, der droht, sobald in Aarau der neue Kreisel steht.

Michael Küng
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Ab Mai steht auf dem Aargauerplatz statt der Kanzel ein Kreisel. asp

Ab Mai steht auf dem Aargauerplatz statt der Kanzel ein Kreisel. asp

Mit dem geplanten Kreisel auf dem Aargauerplatz habe Schönenwerd zwar kein Problem, sagt Gemeindepräsident Peter Hodel. Denn dass dieser Sinn macht, sehe er ein. Nur: «Ich stelle fest, dass der Stadtrat uns nicht ganz verstanden hat.»

Nicht vom Stadtrat informiert

In einer Reaktion auf einen kritischen Brief des Gemeinderats betreffend die Pförtneranlage gehe Aarau mit keinem Wort auf die eigentlichen Forderungen Schönenwerds ein, so Hodel. «Wir wissen, dass die Verhandlungen über die Anlage auf Kantonsebene laufen, und das ist auch richtig so. Stören tut uns, dass wir nicht vom Stadtrat informiert wurden, sondern aus der Aargauer Zeitung davon erfahren haben, dass die provisorische Anlage bei Roggenhausen nun aufgestellt werden kann.»

Problematisch sei aber auch, dass Aarau nicht Hand biete bei der Umsetzung flankierender Massnahmen in Schönenwerd, die den zu erwartenden Ausweichverkehr abfedern sollen: «Aarau lagert den Stau einfach in die Agglomerationsgemeinden aus, ohne diesen Unterstützung zu bieten bei der Handhabung des grösseren Verkehrsaufkommens.» Denn eine vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Studie zeige auch, dass nach der Errichtung der Ampelanlagen ohne rechtzeitige Vorkehrungen viel Ausweichverkehr durch Schönenwerd fliessen werde.

Temporeduktion in Schönenwerd

Neben dem entstehenden Lärm sei das auch nicht ganz unproblematisch, weil die davon betroffene Kantonsstrasse an einer Schule vorbei in ein Wohnquartier führt. Damit Schönenwerd von grösserem Pendlerverkehr verschont bleibt, ist die Gemeinde nun in Verhandlungen mit dem Kanton Solothurn, um die Kantons- in eine Gemeindestrasse umwandeln zu können.

Dadurch würden Massnahmen wie Temporeduktionen möglich: «Das Ziel muss sein, Schönenwerd für den Ausweichverkehr unattraktiv zu machen», so Peter Hodel. Die Frage nach der passenden Massnahme will der Gemeinderat demnächst diskutieren.